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Start-up Palprint  Passgenaue Verpackungen per 3D-Druck 

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Einwegverpackungen gehören in der industriellen Logistik weiterhin zum Alltag, besonders im Maschinen- und Anlagenbau. Palprint will das ändern. Das Start-up fertigt Verpackungen nicht in Standardgrößen, sondern per 3D-Druck direkt für einzelne Bauteile.

Gemeinsam mit zwei Fraunhofer-Instituten entwickelt das Start-up Palprint eine Methode zum 3D-Druck auf Basis von PET-Schaum.(Bild:  Palprint)
Gemeinsam mit zwei Fraunhofer-Instituten entwickelt das Start-up Palprint eine Methode zum 3D-Druck auf Basis von PET-Schaum.
(Bild: Palprint)

Übergroße Einwegverpackungen sind nach wie vor Standard in der industriellen Logistik. Das Start-up Palprint aus Paderborn will dies ändern und erarbeitet ein System für einen nachhaltigen Verpackungskreislauf – mit passgenauen Kunststoffverpackungen per 3D-Druck aus recyceltem PET. Nach Nutzung dienen sie nahezu vollständig wieder als Rohstoff für neue Verpackungen. 

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das junge Unternehmen mit 125.000 Euro. Eine funktionierende Logistik ist für viele Branchen in Deutschland „Motor für erfolgreiches Wirtschaften. Transport, Umschlag und Lagerung von Gütern bieten zugleich viele Komponenten für mehr Nachhaltigkeit – und zudem Optionen für wirtschaftliche Optimierung“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. 

Für mehr Nachhaltigkeit in der Logistik

Palprint ist eine Ausgründung aus der Garage33, dem Gründungszentrum der Universität Paderborn. Das junge Unternehmen konzentriert seine Tätigkeit derzeit auf den Maschinen- und Anlagenbau, um speziell dieser Branche die Fertigung individueller Verpackungen per 3D-Druck zu ermöglichen. 

„Wir stellen Verpackungen in den Firmen passgenau für das jeweilige Bauteil her“, erklären die beiden Gründer Paul Lindner und Andreas Ribul-Olzer.  Die Basis ist recyceltes Polyethylenterephthalat (rPET). Der Kunststoff kommt auch bei vielen Ein- und Mehrwegflaschen zum Einsatz. 

Palprint-Geschäftsführer Paul Lindner (links) und Andreas Ribul-Olzer
(Bild: Palprint)

Die Palprint-Geschäftsführer Paul Lindner (links) und Andreas Ribul-Olzer haben ihr Unternehmen in der Garage33 konzipiert – einem Zentrum für junge Gründende der Universität Paderborn.

Gelöst werden soll auf diese Weise folgende Herausforderung: „Oft bestellen Firmen große Mengen standardisierter Verpackungen, die für die speziellen Bauteile im Maschinenbau nicht gemacht sind und Übergröße haben“, erklären die Palprint-Gründer. „Diese Verpackungen müssen aufwendig gelagert werden und landen nach einmaligem Benutzen im Müll.“ Durch seine 3D-Methode will das Start-up den derartigen Abfall erheblich minimieren.

Palprint liefert Software und Hardware als Gesamtsystem

Neben der Fertigung passgenauer Verpackungen in Auftragsfertigung bietet Palprint vor allem eine Systemlösung: Je nach Kundenbedarf liefert das Start-up 3D-Drucker von Partnerunternehmen samt eigener Software und Materialversorgung und stellt diese als Gesamtsystem zur Verfügung. „Mithilfe solcher Systeme kann ein Betrieb für das zu verpackende Maschinen- oder Ersatzteil mit 3D-Daten automatisiert Verpackungen generieren und direkt vor Ort passend drucken“, erklärt Ribul-Olzer. Ziel sei eine möglichst einfache Bedienung. 

Palprint arbeitet darüber hinaus mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) sowie dem Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) an einer Variante des 3D-Drucks per PET-Schaum. „Viele kennen 3D-Druck als langsame Angelegenheit. Doch unser Schaum expandiert bis zu 75 Prozent schneller auf die gewünschte Größe bei bis zu 90 Prozent geringerem Gewicht “, so Ribul-Olzer weiter.

Auf diese Weise könne das Unternehmen auch große Volumen in Styropor-Haptik zügig herstellen. „Das Material bleibt recyceltes PET. Der Schaum kann wieder eingeschmolzen und für neue Verpackungen verwendet werden“, erklärt der Palprint-Mitgründer.

Das Foto zeigt am Beispiel eines Getriebeteils, wie das Start-up die Verpackung an den Inhalt anpasst.
(Bild: Palprint)

So wie hier (Foto) für Getriebeteile werden die Verpackungen aus dem 3D-Drucker genau an den Inhalt angepasst – und bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem PET.

Rohstoffe im Kreislauf halten

Palprint peilt zudem den Aufbau eines Recycling-Kreislaufs an: „Ab einer gewissen Menge benutzter Verpackungen aus unserem System holen wir den Müll mit ausgewählten Partnerunternehmen ab, recyceln ihn und verwenden ihn wieder als neuen Rohstoff“, erklärt Lindner. Die Verpackungen des Start-ups werden laut dem Mitgründer nahezu 100 Prozent aus recyceltem PET hergestellt. 

„Das vereinfacht das Recycling erheblich, da keine Materialien getrennt werden müssen“. So würden wichtige Rohstoffe langfristig im Kreislauf gehalten und Kunststoffabfälle minimiert. Auch der Transport- und Lageraufwand reduziere sich deutlich: „Einzig die Kunststoffrezyklate müssen angeliefert werden. Diese lassen sich platzsparend transportieren und lagern“, so Lindner. 

Ebenfalls geplant seien mehrfach verwendbare Verpackungen und ein zugehöriges Pfandsystem. Lindner weiter: „All diese Ansätze sorgen durch Kreislaufwirtschaft, Materialeinsparung und Müllvermeidung für aktiven Umweltschutz – gleichzeitig soll sich das System für Unternehmen finanziell mehr lohnen als der Ankauf und die Lagerung immer neuer Einwegverpackungen.“

INFO

Mit der Green Startup-Förderung unterstützt die DBU Gründerinnen und Gründer, die auf innovative und wirtschaftlich tragfähige Weise Lösungen für Umwelt, Ökologie und Nachhaltigkeit entwickeln. 

Mehr Informationen gibt es unter www.dbu.de/startup

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