Während die Nachfrage nach Kunststoff steigt, geraten die Maschinenhersteller zunehmend unter Druck. Das wurde auch auf der Jahrestagung des VDMA-Fachverbandes deutlich. Für 2026 erwartet dieser dennoch eine Stabilisierung der Umsätze und Seitwärtsbewegung – ab 2027 sogar ein leichtes Wachstum.
Die weltweite Kunststoffproduktion wächst seit Jahrzehnten kontinuierlich – getragen von steigender Nachfrage in Verpackung, Mobilität, Medizintechnik und Elektronik. Kunststoff hat sich damit zu einem der wichtigsten industriellen Werkstoffe entwickelt.
Diese Entwicklung spiegelt sich jedoch nicht im Maschinen- und Anlagenbau wider. Während die Nachfrage nach Kunststoff steigt, geraten die Hersteller von Produktionsanlagen wie Spritzgießmaschinen zunehmend unter Druck. Steigende Kosten, sinkende Margen und ein immer intensiverer globaler Wettbewerb – insbesondere durch Anbieter aus China – verändern die Spielregeln in der Branche grundlegend.
2026: Stabilisierung der Umsätze und Seitwärtsbewegung
Das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist für den Kunststoff- und Gummimaschinenbau weiterhin anspruchsvoll, da die Unternehmen nicht nur mit einer konjunkturellen Delle, sondern mit einer strukturellen Krise zu kämpfen haben. Der Start in das Jahr 2026 verlief holprig: Im ersten Quartal ging der Auftragseingang preisbereinigt um 5 Prozent zurück, der Umsatz lag um 3 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
(Bild: VDMA)
Rückblick 2025: der deutsche Kunststoff- und Gummimaschinenbau und seine Peripherie (Produktion)
Für den weiteren Jahresverlauf zeichnet sich jedoch eine Stabilisierung ab. Insbesondere aus Asien und Amerika werden wieder zunehmend Impulse erwartet, die den schwachen Jahresauftakt zumindest teilweise ausgleichen können. Der Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen rechnet für 2026 mit einer Seitwärtsbewegung – die Umsatzentwicklung dürfte sich im Bereich von ±0 Prozent einpendeln.
2027: leichtes Wachstum
Insgesamt gibt es Anzeichen für eine Fortführung der positiven Dynamik in Amerika und Asien, die für 2027 ein leichtes Wachstum für den Kunststoff- und Gummimaschinenbau erwarten lässt. Die USA sind trotz aller Widrigkeiten wie zum Beispiel beim Thema Zölle ein stabiler Anker mit robuster Nachfrage aus den Bereichen Verpackung und Medizintechnik und China bleibt – getragen von einer weiterwachsenden Mittelschicht – eines der Zentren des globalen Kunststoffverbrauchs mit positiven Auswirkungen auf die Maschinennachfrage.
Für die Kunststoff- und Gummimaschinenbauer gilt, die Chancen des auf der Materialseite wachsenden Marktes zu nutzen. Sie müssen nun die Weichen für die Zukunft stellen, um sich im hochkompetitiven, margensensiblen Umfeld zu behaupten. Hochtechnologie und Qualitätsführerschaft sind weiterhin essenziell. In der Technologie sind Digitalisierung/KI und Automatisierung die treibenden Kräfte. Vernetzung und Datenfluss über die gesamte Wertschöpfungskette bringen neue Geschäftsmodelle hervor und schaffen Mehrwert, doch ohne strukturelle Veränderungen ist der Preisdruck nicht zu stemmen.
(Bild: VDMA)
Weltproduktion*: Kunststoff- und Gummimaschinen
*Schätzung
Internationale Produktions- und Vertriebsstruktur entscheidend
Heute müssen auch die Produktions- und Vertriebsstrukturen neu gedacht und viel stärker global organisiert werden. Die deutschen und europäischen Technologieanbieter müssen sich noch intensiver auf die Mentalitäten und Marktbedürfnisse der jeweiligen Absatzregion einstellen, um das, was ihre Kunden dort brauchen, anbieten zu können – und das zu wettbewerbsfähigen Preisen.
Sandra Füllsack, seit März Vorstandsvorsitzende des Fachverbandes Kunststoff- und Gummimaschinen, appelliert anlässlich dessen Jahrestagung: „Konsequentes Handeln ist unerlässlich für unsere Industrie, wenn wir uns im weltweiten Wettbewerb auch in Zukunft behaupten wollen. Wir müssen unsere Produktionskapazitäten in Europa anpassen und gleichzeitig in unseren Wachstumsmärkten stärker präsent sein und den Marktlogiken vor Ort folgen. Das gilt vor allem für Asien und die USA!“.
Durch Nachhaltigkeit zur Resilienz
Europa und China sind die Treiber der Transformation hin zu nachhaltigeren Produktions- und Materialkreisläufen. Der ökologische Gedanke steht nicht mehr allein im Fokus, Kunststoffrecycling entwickelt sich zu einem zentralen Hebel für mehr Resilienz, da es die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen reduziert und langfristig Versorgungssicherheit schafft. Regulatorische Anforderungen in beiden Regionen werden diese Entwicklung zusehends verstärken und die notwendigen Impulse in die noch schwächelnde Konjunktur beim Kunststoffrecycling geben.
Globaler Fußabdruck und Partnerschaften sind Erfolgsfaktoren
Die internationale Aufstellung der Branche bleibt ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. VDMA-Mitgliedsunternehmen betreiben weltweit über 2.600 Auslandsniederlassungen – teilweise mit Produktion – in wichtigen Märkten wie China, Indien und den USA. Ergänzt wird dies durch ein Netz internationaler VDMA-Büros, die die Unternehmen vor Ort unterstützen.
Stand: 16.12.2025
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(Bild: VDMA)
Deutsche Kunststoff- und Gummimaschinen: TOP-10-Abnehmerländer 2025 (2024)
„Die Branche bewegt sich in einem herausfordernden Umfeld, zeigt aber gleichzeitig ihre hohe Anpassungsfähigkeit und globale Aufstellung“, betont Verena Thies, Vize-Präsidentin des VDMA. „VDMA-Mitgliedsunternehmen und Verband bilden ein starkes, weltumspannendes Netzwerk, das Wissen bündelt und regionale Märkte gezielt erschließt.“