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Pro-K Branchendialog und Günter-Schwank-Preisverleihung Branchen-Treff fordert praxisnahe EU-Regulierungen

Von Matthias Gutbrod 3 min Lesedauer

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Beim pro-K Branchendialog in Frankfurt am Main debattierten führende Köpfe der Kunststoffindustrie über Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Regulierung. Neben einer Keynote zur europäischen Klimapolitik stand eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion im Mittelpunkt. Im Anschluss wurden die zehn besten Absolventen des Ausbildungsberufs Kunststoff- und Kautschuktechnologe/in in Deutschland ausgezeichnet. 

Pro-K Geschäftsführer Sven Weihe gegrüßte die Gäste zum Pro-K Branchendialog in Frankfurt am Main.(Bild:  Pro-K)
Pro-K Geschäftsführer Sven Weihe gegrüßte die Gäste zum Pro-K Branchendialog in Frankfurt am Main.
(Bild: Pro-K)

Am 22. Juni 2026 versammelten sich Vertreter aus Industrie, Verbänden und Medien in Frankfurt am Main, um über die Zukunft des Industriestandorts Deutschland zu sprechen. Sven Weihe, Geschäftsführer vom Pro-K Industrieverband begrüßte die Gäste und hob direkt den zentralen Branchenkonflikt hervor: den Spagat zwischen ambitioniertem Klimaschutz und globaler Wettbewerbsfähigkeit zu bewältigen. Den thematischen Einstieg lieferte anschließend eine Keynote des FAZ-Wirtschaftsredakteurs Philipp Krohn. Er analysierte die Belastungen durch hohe Energiepreise und steigende Umweltstandards bei internationalem Marktdruck auf die Betriebe. 

Allianz mit der Politik gefordert

In der folgenden Podiumsdiskussion, die von Christian Preiser, Chefredakteur von Kunststoff Information, moderiert wurde, standen zentrale industrie- und klimapolitische Fragen im Fokus. Dr. Christine Bunte (Plastics Europe Deutschland), Dr. Oliver Möllenstädt (GKV) und Tom Ohlendorf (WWF Deutschland) diskutierten gemeinsam mit Philipp Krohn über Lösungswege. Einigkeit herrschte unter den Akteuren darüber, dass der Klima- und Umweltschutz in Europa eine zwingende Notwendigkeit darstellt. Gleichzeitig unterstrichen die Experten, dass die hierfür erforderliche EU-Regulierung nur gemeinsam mit der Industrie entwickelt werden kann. 

Podiumsdiskussion mit Branchenvertretern und Moderator Christian Preiser (rechts).
(Bild: Pro-K)

„Der Green Deal der EU wurde ohne die Industrie gemacht, es ist eigentlich kein Deal“, erklärt Dr. Christine Bunte. Die Industrie müsse in regulatorischen Prozessen auf europäischer Ebene zwingend vorher gehört werden, um praxistaugliche Ergebnisse zu erzielen. Auch die Ausgestaltung der anstehenden EU-Verpackungsverordnung (PPWR) stieß bei den Diskussionsteilnehmern auf deutliche Missbilligung. Philipp Krohn von der FAZ bemängelte in diesem Kontext, die PPWR sei massiv überbürokratisiert.

Tom Ohlendorf plädierte für eine sachliche Debatte abseits überkommener Feindbilder. Das Denken in den Kategorien von bösen Industrielobbyisten gegen eine gute Umweltpolitik gehöre der Vergangenheit an; der WWF verstehe sich heute als konstruktiver Partner der Wirtschaft.

Ferner sprach sich Ohlendorf dafür aus, den globalen Emissionshandel als marktwirtschaftliches Instrument keinesfalls wieder infrage zu stellen. Diese grundlegende Ausrichtung stützte auch Dr. Oliver Möllenstädt. Er stellte klar, dass die verarbeitende Industrie das übergeordnete Klimaziel nicht mehr infrage stelle. Der strategische Übergang zu alternativen Kohlenstoffquellen sei elementar für die Zukunftssicherung der heimischen Produktion.

Nachwuchspreise als Signal gegen den Fachkräftemangel

Neben praktikablen und stabilen politischen Rahmenbedingungen entscheidet auch die Förderung von Fachkräften über die Zukunft der Kunststoffverarbeitung. Im Anschluss an den Dialog zeichnete der GKV mit seinen fünf Trägerverbänden die zehn bundesweit besten Absolventen des Ausbildungsberufs Kunststoff- und Kautschuktechnologe/in aus. Der 26. Günter-Schwank-Preis ging an Max Baumtrog und Arne Hilge (beide Pöppelmann), Tobias Cifersons (Polyvantis), Christopher Daldrup (Georg Utz), Nils Götzel (Fränkische Rohrwerke), Matthew Hander (BWF Kunststoffe), Monique Horn (Resrg Automotive), Nicole Makowe (Alpla), Benedikt Saatze (DLR) und Noel Woitek (Geberit).

Preisträger und Stifter des Günter-Schwank-Preises.
(Bild: Pro-K)

„Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie hängt entscheidend auch davon ab, ob es uns gelingt, junge Menschen für technische Berufe zu begeistern und ihnen attraktive Perspektiven aufzuzeigen“, betonte Dr. Helen Fürst, Präsidentin des GKV. Die geehrten Nachwuchskräfte zeigten eindrucksvoll, welches Potenzial in der beruflichen Ausbildung stecke, erläutert die Verbandspräsidentin weiter. Der traditionsreiche Preis erinnert an den langjährigen GKV-Vorsitzenden Günter Schwank und untermauert das Engagement der Betriebe bei der Ausbildung. 

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