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Helen Fürst und Oliver Möllenstädt verlassen den GKV Doppelter Abgang an der GKV-Verbandsspitze

Von Matthias Gutbrod 2 min Lesedauer

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Der GKV verliert mitten in der Branchenkrise sein Führungsduo. Sowohl Präsidentin Dr. Helen Fürst als auch Hauptgeschäftsführer Dr. Oliver Möllenstädt scheiden zeitgleich aus.

GKV-Hauptgeschäftsführer Dr. Oliver Möllenstädt (l.) und GKV-Präsidentin Dr. Helen Fürst geben im Juli ihre Ämter ab. (Bild:  PlastXnow/GKV)
GKV-Hauptgeschäftsführer Dr. Oliver Möllenstädt (l.) und GKV-Präsidentin Dr. Helen Fürst geben im Juli ihre Ämter ab.
(Bild: PlastXnow/GKV)

Unerwartete personelle Zäsur beim Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. (GKV): Der Spitzenverband muss sich mitten in einer wirtschaftlich und regulatorisch herausfordernden Phase personell völlig neu aufstellen. Gleich beide Schlüsselpositionen an der Spitze des Berliner Dachverbandes werden zeitnah vakant. Sowohl Präsidentin Dr. Helen Fürst als auch Hauptgeschäftsführer Dr. Oliver Möllenstädt scheiden aus ihren Ämtern aus.

Der personelle Einschnitt kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, an dem die Kunststoff verarbeitende Industrie unter Struktur- und Marktdruck steht. Während das Ausscheiden von Dr. Helen Fürst im Rahmen der jüngsten ordentlichen Delegiertenversammlung nach zwei regulären Amtszeiten (insgesamt vier Jahre) turnusgemäß erfolgte, wirft der gleichzeitige Rückzug des Hauptgeschäftsführers Fragen auf. Dr. Oliver Möllenstädt wird den Verband bereits Ende Juli auf eigenen Wunsch verlassen, um sich neuen Aufgaben in einem größeren Verband der Baustoffindustrie zu widmen. Er hatte die operative Leitung beim GKV erst im September 2022 erneut übernommen, nachdem er bereits von 2011 bis 2020 beim GKV in führender Rolle aktiv war.

Einzelne Presseberichte deuten darauf hin, dass dem geschlossenen Rückzug der Doppelspitze Dissonanzen hinter den Kulissen vorausgingen. Dem Vernehmen nach soll das Vertrauensverhältnis zwischen dem Führungsduo und Teilen des erweiterten GKV-Vorstands gestört gewesen sein. Im Gespräch mit PlastXnow dementiert Möllenstädt dies: „Nach insgesamt 14 Jahren beim GKV suche ich in einer anderen Branche beruflich eine neue Herausforderung“, begründet Möllenstädt seinen geplanten Wechsel.

Die Bekanntgabe der personellen Zäsur erfolgte eingebettet in die reguläre Verbandsarbeit zur Standortpolitik im Rahmen eines Parlamentarischen Abends in Berlin. In einer aktuellen Pressemitteilung des GKV wird das Ausscheiden von Möllenstädt am Rande bekannt gegeben, während der Verband parallel tiefgreifende Entlastungen und Reformen für die mittelständische Industrie von der Politik einfordert.

Nachfolge noch offen

Da im Zuge der Delegiertenversammlung keine direkte Nachfolge für die Präsidentschaft gewählt wurde, ist der Posten vakant. Auch für die Position der Hauptgeschäftsführung wird laut GKV noch ein Nachfolger gesucht.

Die Nachfolge an der GKV-Spitze wird nun mit Sorgfalt zügig geregelt. „Zunächst verständigen sich die Vizepräsidenten aus den einzelnen Trägerverbänden des GKV auf einen neuen Präsidenten, im Nachgang wird dann die Stelle des Hauptgeschäftsführers mit einer zum Präsidenten passenden Persönlichkeit besetzt. Präsident und Hauptgeschäftsführer werden dann wie bisher eng abgestimmt agieren, um den Interessen der Branche in Berlin Gehör zu verschaffen“, so Möllenstädt.

Laut Möllenstädt sind der GKV und damit die Kunststoff verarbeitende Industrie im Vergleich zu anderen Branchen in Deutschland noch gut aufgestellt. Vor allem im Export in andere EU-Länder sei die Branche stark, 43 Prozent des Umsatzes generiert die Branche im EU-Export, auch weil der GKV durch seine Überzeugungsarbeit im politischen Berlin besonders wirtschaftsschädliche Gesetzesvorhaben verhindern konnte. „Damit Deutschland innereuropäisch wettbewerbsfähig bleibt, müssen sich die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen aber deutlich verbessern“, so Möllenstädt.

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