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Kreislaufwirtschaft bei technischen Kunststoffen BASF setzt auf Technologiemix

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Die Verwertung technischer Kunststoffe erfordert differenzierte Verfahren jenseits des mechanischen Recyclings. BASF zeigt in einer wissenschaftlichen Publikation auf, wie eine Kombination verschiedener Prozesse technische Kunststoffe im Kreislauf führen kann. Verarbeiter erhalten dadurch recycelte Rohstoffe in Neuware-Qualität.

Kunststoffmüll eines durchschnittlichen Haushaltes ist sehr inhomogen. Nur der richtige Technologiemix kann aus Kunststoffabfall aller Art eine neue Rohstoffressource etablieren.(Bild:  BASF)
Kunststoffmüll eines durchschnittlichen Haushaltes ist sehr inhomogen. Nur der richtige Technologiemix kann aus Kunststoffabfall aller Art eine neue Rohstoffressource etablieren.
(Bild: BASF)

Mechanische Recyclingverfahren verarbeiten vorrangig saubere Polyolefin-Verpackungsabfälle, stoßen jedoch bei komplexen Polymerblends und additivierten Werkstoffen an Grenzen. Um technische Kunststoffe, z.B. Bauteile aus der Automobilindustrie, aus heterogenen Abfallströmen im Kreislauf zu halten, sind industriell skalierte Sortierverfahren und spezialisierte Verwertungsrouten erforderlich.

„Es gibt nicht die eine Standardtechnologie für die Wiederverwertung technischer Kunststoffe“, betont Dr. Bernhard von Vacano, Leiter des Forschungsprogramms Plastics Circularity bei BASF. „Entscheidend ist vielmehr ein intelligenter Mix verschiedener, sich ergänzender Technologien, die zu den jeweiligen Kunststoffabfällen passen.“

Lösemittel und Depolymerisation für Polyamide

Für komplexere Abfälle bietet das lösemittelbasierte Recycling einen Ansatz: Technische Kunststoffe wie Polyamide werden mittels Selektivlösemitteln gezielt aus Altbauteilen wie Fahrzeugschrott herausgelöst, getrennt und aufgereinigt. Noch weiter geht die Depolymerisation, welche die Polymerketten in ihre chemischen Grundbausteine zerlegt. Am Standort Caojing in Schanghai betreibt BASF seit Anfang 2025 eine erste kommerzielle Anlage für ein Verfahren namens Loopamid, das Polyamid 6 aus Textilabfällen zu Rezyklaten in Neuware-Qualität aufarbeitet.

Thermochemische Verfahren für Mischabfälle

Stark gemischte Kunststoffabfälle, die bisher thermisch verwertet werden, erfordern energieintensive thermochemische Prozesse. Bei der Pyrolyse spalten hohe Temperaturen langkettige Polymere in kurzkettige Kohlenwasserstoffe auf, die als Pyrolyseöl erneut als Rohstoff in den Produktionskreislauf einfließen. Alternativ erzeugt die Gasifizierung Synthesegas als chemischen Ausgangsstoff für Syntheseverfahren.

Rahmenbedingungen hemmen die Skalierung

Obwohl Pilotprojekte für Polyurethane und Polyamide die technische Machbarkeit belegen, fehlt es derzeit noch an Voraussetzungen für die industrielle Skalierung. „Uns fehlen noch zwei entscheidende Bausteine, damit wir diese Technologien im industriellen Maßstab einsetzen können und tragfähige Geschäftsmodelle für große Investitionen möglich sind: Zum einen benötigen wir ein passendes Abfallmanagement, damit wir die Kunststoffe überhaupt dauerhaft im Kreislauf führen können. Zudem muss die Politik klare und verlässliche Rahmenbedingungen für das Recycling festlegen“, erklärt Dr. Jens Hamprecht, Vice President im BASF-Unternehmensbereich Performance Materials.

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