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Wertschöpfungskette bei Kunststoffen in Gefahr Versorgungsengpässe bei Masterbatches drohen

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Der Masterbatch Verband warnt vor erheblichen Risiken durch gestörte Handelsrouten im Nahen Osten. Davon betroffen sind neben Standardpolymeren vor allem schwer ersetzbare Additive und Pigmente. Verarbeiter in der Automobil- und Verpackungsindustrie müssen mit Lieferverzögerungen und steigender Planungsunsicherheit rechnen. 

Martin Fabian, Vorsitzender des Masterbatch Verbands: Die aktuellen Einschränkungen bei der Verfügbarkeit treffen die Masterbatch-Industrie an einer zentralen Stelle der Wertschöpfungskette.(Bild:  Lifocolor)
Martin Fabian, Vorsitzender des Masterbatch Verbands: Die aktuellen Einschränkungen bei der Verfügbarkeit treffen die Masterbatch-Industrie an einer zentralen Stelle der Wertschöpfungskette.
(Bild: Lifocolor)

Die angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten und potenzielle Blockaden der Straße von Hormus bedrohen die Rohstoffversorgung der Kunststoffindustrie massiv. Infolge dieser Entwicklungen befürchtet der Masterbatch Verband gravierende Kapazitätsengpässe, die über Polyolefine hinaus auch styrolbasierte und technische Kunststoffe erfassen. Besonders die Verpackungsindustrie, etwa im Bereich Kosmetik und Folien, sowie die Automobilzulieferer stehen vor großen logistischen Herausforderungen. Lieferausfälle lassen sich unter den aktuellen Bedingungen kaum noch ausschließen. 

Additive und Pigmente als Flaschenhals

Besonders kritisch bewertet der Verband die Situation bei Additiven und organischen Pigmenten, für die es oft keine technischen Alternativen gibt. Da wichtige Vorprodukte in China und Indien gefertigt werden, die wiederum auf Rohöl aus dem Nahen Osten angewiesen sind, entsteht eine indirekte Abhängigkeit von der Krisenregion. Verlängerte Seewege und Einschränkungen in der Luftfracht durch gesperrte Lufträume reduzieren die Planbarkeit in der Beschaffung zusätzlich. Diese logistischen Hürden behindern nicht nur den Warenfluss, sondern erschweren die gesamte Produktionsplanung für kundenspezifische Masterbatches. 

„Die aktuellen Einschränkungen bei der Verfügbarkeit wichtiger Polymere und auch Spezialchemikalien treffen die Masterbatch-Industrie an einer zentralen Stelle der Wertschöpfungskette“, sagt Martin Fabian, Vorsitzender des Masterbatch Verbands

Folgen für die Anwenderindustrie

Sollten die Störungen der Stoffströme anhalten, erreicht der Mangel zeitnah die produzierenden Betriebe der Anwenderindustrie. Ohne die entsprechenden Masterbatches lassen sich spezifische Materialeigenschaften und Farbeinstellungen in der Weiterverarbeitung nicht prozesssicher realisieren. Der Verband fordert daher stabile politische Rahmenbedingungen, um die Versorgungssicherheit nicht durch zusätzliche bürokratische Hürden zu gefährden. Die aktuelle Rohstoffknappheit verschärft dabei die ohnehin bestehenden strukturellen Probleme, mit denen Kunststoffverarbeiter langfristig konfrontiert sind. 

„Wenn die Stoffströme weiter gestört bleiben, spüren das sehr schnell auch viele Anwenderindustrien“, betont Martin Fabian. „Umso wichtiger sind verlässliche und pragmatische Rahmenbedingungen, um die Versorgungssicherheit und Produktion nicht zusätzlich zu erschweren.“ 

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