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Oberflächentechnologie AeroSHARK Airbus-Flugzeuge bekommen „Haifischhaut“

Von Melanie Ehrhardt (verantwortlich) 2 min Lesedauer

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Der Haifisch hat nicht nur scharfe Zähne, sondern auch eine besondere Haut. Sie macht ihn zu einem schnellen Räuber der Meere und zu einem Vorbild für die Technik. Nach ersten Boeing-Jets sollen jetzt auch Airbus-Maschinen mit einer künstlichen Haifischhaut fliegen.

AeroSHARK wurde speziell entwickelt und akribisch getestet, um den anforderungsreichen Betriebsbedingungen in der Luftfahrt standzuhalten.(Bild:  Lufthansa Technik)
AeroSHARK wurde speziell entwickelt und akribisch getestet, um den anforderungsreichen Betriebsbedingungen in der Luftfahrt standzuhalten.
(Bild: Lufthansa Technik)

In den 1970er Jahren entdeckten Forscher den „Riblet“-Effekt der Haut von Haifischen. Auf der Oberfläche verlaufen mikroskopisch kleine und parallel verlaufende Rillen, die Wasserverwirbelungen brechen und das Wasser praktisch am Körper vorbeileiten. Das senkt den Reibungswiderstand sinkt. Zudem werden Schmutz und Parasiten ferngehalten. 

Eine Steilvorlage für die Technik: Auch die von Lufthansa Technik und Surventis (ehemals BASF Coatings) entwickelte AeroSHARK-Technologie basiert auf der Struktur der Haifischhaut. Die spezielle Oberflächenfolie nach dem Vorbild der Natur reduziert den Luftwiderstand während des Flugs und senkt dadurch den Treibstoffverbrauch sowie die CO₂-Emissionen. 

Info

AeroSHARK-Folie
AeroSHARK-Folie
(Bild: BASF)

Am 1. Juli 2026 starte Surventis als eigenständiges Unternehmen. Mit rund 3,9 Milliarden Euro Jahresumsatz und etwa 10.700 Mitarbeitenden zählt Surventis zu den weltweit führenden Anbietern von Automobillacken und Lösungen für Oberflächenbehandlung. 

Das Unternehmen befindet sich mehrheitlich im Besitz von Fonds, die von der globalen Investmentgesellschaft Carlyle, in Partnerschaft mit der Qatar Investment Authority, verwaltet werden. BASF hält weiterhin einen Anteil von 40 Prozent an Surventis.  

www.surventiscoatings.com 

AeroSHARK kommt auf den Airbus A3300

AeroSHARK ist derzeit die einzige für die kommerzielle Luftfahrt zugelassene sogenannte Riblet-Technologie auf dem Markt – aktuell zertifiziert für die Boeing 777F, die B777-300ER und die B777-200ER. Mit dem Airbus A330 soll nun das am zweithäufigsten für Langstrecken ausgelieferte Flugzeugmuster folgen.

Eine Ausweitung auf weitere Flugzeugmuster und zusätzliche Flugzeugflächen ist bereits geplant. Bisher werden die Folien nur am Rumpf und an der Verkleidung der Triebwerke aufgebracht, im Fokus stehen aber auch Tragflächen und Leitwerk.

Sie sind die wichtigsten Auftriebskörper des Flugzeugs. Das heißt, wer dort Veränderungen vornimmt, greift tief in die Aerodynamik ein. „Davon hängt wiederum die gesamte Steuerbarkeit des Flugzeugs ab“, erklärt Soenke Burger, bei Lufthansa Technik für „AeroSHARK“-Entwicklung zuständig. 

So funktioniert der treibstoffsparende Oberflächenfilm

AeroSHARK besteht aus Millionen von rund 50 Mikrometer kleinen Rippen, den sogenannten Riblets. Sie imitieren die Eigenschaften von Haifischhaut und optimieren so die Aerodynamik an strömungsrelevanten Stellen des Flugzeugs wie dem Rumpf oder den Triebwerken. 

Dadurch wird weniger Treibstoff benötigt. Mit der Beklebung von insgesamt 950 Quadratmetern Außenfläche einer Boeing 777-300ER kann beispielsweise jährlich eine Einsparung von rund 400 Tonnen Kerosin und mehr als 1.200 Tonnen CO₂ erreicht werden. (me)

Quellen

FAZ: Airbus-Flugzeuge bekommen „Haifischhaut“. https://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/airbus-flugzeuge-bekommen-haifischhaut-201209664.html (Stand: 17. September 2026)

MaschinenMarkt: Airbus will mit künstlicher Hai-Haut Treibstoff sparen. https://www.maschinenmarkt.vogel.de/airbus-a330-aeroshark-kuenstliche-haifischhaut-a-3ed75344aadc6e45d29e5333aedcd52d/ (Stand 17. September 2026)

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