IKV: Forschung für die Praxis
Neue Impulse für Spritzguss und Pultrusion

Ein Gastbeitrag von Prof. Christian Hopmann (IKV-Institutsleitung), Felix Flammer (Pultrusion), Yannik Zohren (Spritzgießen) und Fabian Hankes (Kaskadenspritzgießen) 5 min Lesedauer

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Das IKV Aachen liefert neue Praxisansätze für Pultrusion und Spritzguss. Forschende messen erstmals Harzverweilzeiten in Injektionsboxen, verlängern Fließwege über erodierte Werkzeuge und automatisieren Kaskaden-Strategien. Das spart teure Versuchsreihen.

Bild 1: Schematische Darstellung der Injektionsbox mit dem Fließen um die einzelnen Rovings am Eintritt (l.) bis zur Harzverteilung um den komprimierten Bereich vor dem Austritt (r.).(Bild:  IKV)
Bild 1: Schematische Darstellung der Injektionsbox mit dem Fließen um die einzelnen Rovings am Eintritt (l.) bis zur Harzverteilung um den komprimierten Bereich vor dem Austritt (r.).
(Bild: IKV)

Pultrusion: Fließwege in der Injektionsbox identifizieren

Injektionsboxen lösen das offene Harzbad in der Pultrusion zunehmend ab, obwohl es dafür noch keine belastbaren Auslegungsregeln gibt. Ein Verfahren des IKV macht die Harzverweilzeit im geschlossenen Werkzeug erstmals ortsaufgelöst messbar und liefert damit ein bisher fehlendes Auslegungskriterium. Geschlossene Injektionsboxen bringen dem Pultrudeur klare Vorteile: praktisch keine VOC-Emissionen, kein Harzüberschuss und die Möglichkeit, hochreaktive, schnell härtende Systeme zu verarbeiten und somit die Abzugsgeschwindigkeit zu erhöhen. Herausforderung dabei ist die nicht genau definierte Strömung in der Injektionsbox. Totwasserzonen führen zu angelierten Ablagerungen an den Wänden und eine unvollständige Imprägnierung zu Poren im Profil. Beides zeigt sich erst am Bauteil oder beim Werkzeugstillstand. Standardisierte Konstruktionsrichtlinien existieren nicht.