Barlog Plastics auf der Fakuma 2026 Neue PEKK-Compounds und PFAS-freie Tribo-Werkstoffe

Von Matthias Gutbrod 3 min Lesedauer

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Barlog Plastics stellt auf der Fakuma 2026 neue PEKK-Compounds mit einer Wärmeformbeständigkeit bis 385 °C vor. Zudem zeigt das Unternehmen spezifische Füllstoffkombinationen für PFAS-freie Tribo-Kunststoffe und neue Rezyklat-Compounds.

Neue PEKK-Hochtemperatur-Compounds erweitern die Einsatzgrenzen thermoplastischer Kunststoffe.(Bild:  Barlog Plastics)
Neue PEKK-Hochtemperatur-Compounds erweitern die Einsatzgrenzen thermoplastischer Kunststoffe.
(Bild: Barlog Plastics)

Höhere Leistungsanforderungen, steigende Einsatztemperaturen und strengere regulatorische Auflagen fordern die Kunststoffverarbeitung heraus. Auf der Fakuma 2026 in Friedrichshafen adressiert Barlog Plastics diese Hürden mit neuen Werkstoffreihen.

PEKK-Matrix für extreme Temperaturfenster

Die neue Produktreihe Kebapeak 9000 basiert auf PEKK und ist für den Einsatz in schwer zugänglichen Temperaturbereichen ausgelegt. Die teilkristallinen Hochleistungscompounds erreichen eine Wärmeformbeständigkeit von bis zu 385 °C. Damit erweitert das Material das Einsatzspektrum thermoplastischer Kunststoffe in Bereiche, die bislang metallischen Werkstoffen vorbehalten waren. Die Polymer-Matrix behält ihre Festigkeit sowie Dimensionsstabilität auch unter kontinuierlicher thermischer Last im Bauteil bei.

Der hohe Kristallisationsgrad der PEKK-Polymere beeinflusst die mechanischen Kennwerte positiv. Die molekulare Struktur sorgt für Belastbarkeit bei geringem Verschleiß und gutem Alterungsverhalten. Zudem verfügen die Compounds von Haus aus über flammgeschützte Eigenschaften ohne Zusatz additiver Flammschutzmittel. Das Einsatzspektrum umfasst Komponenten für die Elektro- und Elektronikindustrie, den Automobilbau, die Luft- und Raumfahrt sowie die Öl- und Gasförderung.

In tribologisch beanspruchten Systemen reduzieren die Kebapeak-Werkstoffe den Abrieb maßgeblich, selbst wenn hohe Flächenpressungen auf die Kontaktzonen wirken. Die Gleiteigenschaften ermöglichen den zuverlässigen Betrieb in ungeölten oder trockenlaufenden Führungen, Buchsen und Lagern. Dies verlängert die Standzeiten mechanischer Baugruppen im Maschinenbau, in Rüstungsgütern sowie in Haushaltsgeräten unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen.

Füllstoffkombinationen ohne PFAS

Mit Blick auf anstehende regulatorische Einschränkungen von Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) im Rahmen der europäischen REACH-Verordnung steht die Kunststoffbranche vor der Aufgabe, Polytetrafluorethylen (PTFE) zu ersetzen. PTFE dient in klassischen Tribo-Compounds als integrierter Festschmierstoff. Da ein universeller 1:1-Ersatzwerkstoff für PTFE technisch nicht verfügbar ist, wählt Barlog Plastics einen anwendungsspezifischen Entwicklungsansatz.

Barlog Plastics zeigt nachhaltige Werkstofflösungen und PFAS-freie Alternativen für die Kunststoffindustrie.(Bild:  Barlog Plastics)
Barlog Plastics zeigt nachhaltige Werkstofflösungen und PFAS-freie Alternativen für die Kunststoffindustrie.
(Bild: Barlog Plastics)

Durch die Kombination spezieller Füllstoffe und Additive stimmen die Entwickler das tribologische Profil exakt auf das jeweilige Belastungsprofil ab. Das Temperaturverhalten, die chemische Beständigkeit sowie auftretende Zug- und Druckspannungen fließen direkt in die Materialformulierung ein. Auf diese Weise entstehen PFAS-freie Gleitlagerwerkstoffe, die Reibwerte und Verschleißverhalten auf dem Niveau PTFE-haltiger Systeme halten und gleichzeitig Rechtssicherheit bieten.

Post-Consumer-Rezyklate in geschlossenen Mikrokreisläufen

Neben den Hochtemperatur-Polymeren erweitert der Werkstoffspezialist sein nachhaltiges Sortiment Keballoy Eco. Das Portfolio umfasst technische Kunststoffe und Hochleistungscompounds auf Basis von Post-Consumer-Rezyklaten (PCR) und Post-Industrial-Rezyklaten (PIR). Die Materialien unterstützen Verarbeiter dabei, steigende Rezyklatquoten im Kontext europäischer Vorgaben wie der PPWR zu erfüllen.

„Die Transformation hin zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft erfordert Werkstoffe, die Nachhaltigkeit, Verfügbarkeit und technische Leistungsfähigkeit miteinander verbinden“, erklärt Peter Barlog, geschäftsführender Gesellschafter bei Barlog Plastics. Zur Schließung regionaler Stoffströme entwickelt das Unternehmen kunden- und anwendungsspezifische Konzepte für Mikrokreisläufe. Dabei werden Produktionsabfälle oder ausgediente Altbauteile aufbereitet, regranuliert und in die Fertigung neuer Komponenten zurückgeführt.

Die Kombination aus PEKK-Hochleistungsmaterialien, PFAS-freien Tribo-Compounds und werkstoffübergreifenden Recyclingkonzepten bietet Verarbeitern eine funktionale Werkstoffbasis für zukünftige Marktanforderungen.

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CO2-Bilanzierung im Eco-Calculator

Um die Umweltwirkungen von Materialentscheidungen quantifizierbar zu machen, setzt das Unternehmen auf das digitale Analysewerkzeug Eco-Calculator. Die Software bilanziert den CO2-Fußabdruck entlang der werkstofflichen Wertschöpfungskette und identifiziert Einsparpotenziale durch Rezyklateinsatz oder Werkstoffsubstitution. Ein begleitendes Beratungsspektrum unterstützt Entwickler dabei, bereits in der frühen Konzeptphase klimaschonende Bauteilarchitekturen festzulegen.

Rapid Tooling verkürzt Serienanlaufzeiten

Ergänzend zur Werkstoffentwicklung verkürzen Dienstleistungen im Bereich Rapid Tooling die Überführung neuer Produkte von der Erst-Idee bis in die Serie. Über wirtschaftliche Prototypen- und Kleinserienwerkzeuge lassen sich Serienmaterialien unter realen Spritzgießbedingungen validieren.

Service

Barlog Plastics auf der Fakuma 2026: Halle A3, Stand A3-3309

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