Zwei Welten. Ein Ziel.

Alle Inhalte von plastverarbeiter.de jetzt auf plastxnow.de.

Fortbestand der PA6-Produktion in Leuna gesichert Domo-Chemiewerk gerettet

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die drohende Stilllegung des Chemiewerks Domo Caproleuna ist abgewendet. Eine neu gegründete Auffanggesellschaft der Unternehmen Infra Leuna und Leuna-Harze übernahm den Standort Leuna zum 1. April 2026. Damit bleibt die Versorgung der Kunststoffindustrie mit Polyamid 6 sowie wichtigen Vorprodukten wie Caprolactam stabil.

Die neu gegründete Leuna Polyamid führt die Geschäfte der zur Insolvenzmasse gehörenden Domo Caproleuna weiter.(Bild:  Domo Chemicals)
Die neu gegründete Leuna Polyamid führt die Geschäfte der zur Insolvenzmasse gehörenden Domo Caproleuna weiter.
(Bild: Domo Chemicals)

Nach dem Insolvenzantrag der drei deutschen Tochterunternehmen der Domo Chemicals-Gruppe am 25. Dezember 2024 konnte nun eine Lösung für den Standort Leuna realisiert werden. Der Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas F. Flöther übertrug das Werk an eine von den Standortpartnern Infra Leuna und Leuna-Harze gegründete Auffanggesellschaft. Das Unternehmen firmiert künftig als Leuna - Polyamid GmbH und übernimmt neben der Immobilie auch 436 der zuletzt rund 500 Beschäftigten.

Die Übernahme markiert das Ende eines kritischen Notbetriebs. Da aufgrund winterlicher Temperaturen eine sichere Stilllegung ohne Umweltgefahren technisch nicht möglich war, hatte das Land Sachsen-Anhalt im Wege der Ersatzvornahme einen reduzierten Betrieb bis Ende März finanziert. Mit dem Einstieg der neuen Eigentümer übernimmt die Erwerbergesellschaft ab sofort die vollständige Finanzierung des Geschäftsbetriebs.

Werkstoffeigenschaften und Anwendungsbereiche

Für Verarbeiter und Erzeuger bedeutet die Rettung den Erhalt einer wichtigen Quelle für Polyamid 6 (PA 6). Der technische Kunststoff zeichnet sich durch eine hohe Festigkeit, gute Zähigkeit und eine sehr gute Verarbeitbarkeit aus. Diese Eigenschaften machen das Material zu einem Schlüsselwerkstoff für die Herstellung leichter und langlebiger Bauteile in der Automobilindustrie, der Elektro- und Elektronikbranche sowie im Bereich hochwertiger Konsumgüter.

Zusätzlich zur Polymer-Produktion sichert der Standort die Verfügbarkeit organischer Basisprodukte. Hierzu zählen insbesondere: Caprolactam (Grundstoff für PA6), Phenol und Aceton.

„Dass in dieser außergewöhnlichen Konstellation nicht nur ein Investor gefunden werden, sondern der Betrieb auch pünktlich zum Stichtag inklusive aller erforderlichen Zustimmungen und Betriebsgenehmigungen übergeben werden konnte, war nur durch einen Kraftakt aller Beteiligten möglich“, erklärt Prof. Dr. Lucas F. Flöther, Insolvenzverwalter von Domo Chemicals.

Differenzierte Lage in Premnitz und Leuna

Während die Produktion in Leuna gesichert ist, bleibt die Situation für Domo Engineering Plastics in Premnitz (Brandenburg) vorerst unverändert. Der dortige Betrieb mit rund 70 Beschäftigten ist nicht Teil der aktuellen Auffanglösung und wird im eröffneten Insolvenzverfahren fortgeführt.

In Premnitz liegt der Fokus auf der Veredelung von Polyamid 6 zu spezifischen Compounds. Durch die Kombination mit Additiven und Zusatzstoffen werden dort Parameter wie Hitzebeständigkeit, Steifigkeit oder Schlagzähigkeit präzise auf Anforderungen der Automobil- und Konsumgüterindustrie eingestellt. Parallel zum Insolvenzverwalter sucht auch die belgische Muttergesellschaft nach Investoren für dieses Veredelungsgeschäft.

Keine Zukunft gibt es hingegen für die rein administrative Domo Chemicals in Leuna. Da das Unternehmen über keinen operativen Geschäftsbetrieb verfügt, wird die Gesellschaft nach einer Übergangsphase im April stillgelegt. Hiervon sind rund 35 Mitarbeiter betroffen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung