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Microducts und Bündelrohre  Materialversorgung für die schnelle Rohrextrusion

Quelle: Pressemitteilung 4 min Lesedauer

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Die wohl modernste Produktionsanlage für Glasfaser-Einzelrohre und Rohrbündel wurde im Jahr 2024 von Egeplast in Betrieb genommen und 2025 erweitert. Die gesamte Werkstofflogistik dieser in weiten Teilen weltweit einzigartigen Anlage entwickelte, lieferte und montierte die Unternehmensgruppe Motan.

 Bündelrohre produziert Egeplast hinsichtlich Durchmesser und Farben der Einzelrohre, der Anzahl und Anordnung der Rohre und weiterer kundenspezifischer Vorgaben in hoher Variantenvielfalt. (Bild:  Egeplast)
Bündelrohre produziert Egeplast hinsichtlich Durchmesser und Farben der Einzelrohre, der Anzahl und Anordnung der Rohre und weiterer kundenspezifischer Vorgaben in hoher Variantenvielfalt.
(Bild: Egeplast)

Extrem gering tolerierte Einzelrohre – Microduct genannt – sowie Bündelrohre für die Glasfaserverlegung produziert Egeplast in der Gemeinde Bevern (Niedersachen). Hier hat das Unternehmen in nur etwa 18 Monaten auf rund 10.000 m2 die wohl moderneste Produktionsanlage ihrer Art gebaut und in Betrieb genommen.

Inzwischen produzieren fünf Extrusionsanlagen mit je einem Haupt- und drei Nebenextrudern, auf denen Microducts in vielfältigen Farbstellungen und Durchmessern entstehen, sowie zwei Extruderlinien, auf denen die kundenspezifisch konfektionierten Rohrbündel ummantelt werden. Mit Material versorgt werden sie im 24-Stunden-Betrieb über insgesamt fast 2.000 m Rohrleitungen per Zentralvakuum-Förderanlage aus dem Indoor-Lager mit 24 Silos mit jeweils 50 m³ Volumen. Zwölf weitere Silos sind als Erweiterungsoption eingeplant. 

Das Zentralvakuum ermöglicht gegenüber den noch häufig eingesetzten Linien-Vakuumanlagen Energieeinsparungen von 30 bis 50 % und einen erheblich geringeren Wartungsaufwand. Zudem gibt es keine Unterbrechungen und Wartezeiten im Materialfluss.

Ungewöhnliche Konfiguration 

Die Silos sind mit zwei vollständig automatisch schaltenden Kupplungsbahnhöfen des Typs Metrolink von Motan gekoppelt (Bild 1). Sie übernehmen die Versorgung der Extrusionsanlagen per Zentralvakuum-Förderung.

Links: Zwei vollautomatische Kupplungsbahnhöfe des Typs Metrolink ziehen Material aus 24 Silos und verteilen es über knapp 2000 Meter Rohrleitungen an die Extruder.
(Bild: Motan)

Bild 1. Links: Zwei vollautomatische Kupplungsbahnhöfe (rechts) des Typs Metrolink ziehen Material aus 24 Silos und verteilen es über knapp 2000 Meter Rohrleitungen an die Extruder. 

Als Sonderlösung bei Egeplast wurden die drei Metrolink-Verteilersysteme mit einem „rückwärts“ betriebenen Kupplungsbahnhof fix gekoppelt um damit die Anzahl von 24 (36) Materialquellen auf 13 (17) Fördergeräte auf dem Extruder zusammenzuführen. Zuzüglich der Sondermaterialien, welche als Mischung über das Dosiersystem Gravicolor GC1000 von Motan laufen oder kundenseitige Behälter mit Regranulat, welche ebenfalls eingebunden werden können. 

Typischerweise versorgen wenige Materialaufgabestationen viele Verarbeitungsmaschinen – hier ist es umgekehrt. Bei Egeplast werden im Endausbau bis zu 49 Entnahmestellen automatisch und fehlersicher mit 17 Fördergeräten auf den Extrudern verbunden. Die Flexibilität der Anlage und der Steuerungstechnologie realisiert diese ungewöhnliche Konfiguration ohne größeren technischen Aufwand.

An die Egeplast-Bedürfnisse angepasst 

Für die Qualität und Montagefähigkeit der Glasfasern in den Microducts sowie für die optimale Materialausnutzung ist unter anderem das Einhalten geringer Durchmessertoleranzen von typischerweise 0,01 bis 0,03 mm erforderlich. Präzise Dosiertechnik mit Geräten der Typen Mini- und Gravicolor sowie Online-Mess- und Regeltechnik mit Trichterwagen BTW der Motan Extrusion Engineering an jeder Extrusionslinie sorgen zuverlässig für das Einhalten der Qualitätsparameter. Damit werden die materialsparende und hocheffiziente Extrusion von Microducts und Mantelrohren erreicht. 

Dazu gehört zudem das Einbringen von Farben sowie produktions- und produktoptimierenden Additiven. Auch hier wurde eine eher unübliche, in dieser Anwendung aber optimale Geräte-Kombination entwickelt: Die Trichterwaagen erfassen gravimetrisch, also gewichtsbezogen, die Durchsätze und geben das Signal an die Extruder beziehungsweise an die gravimetrischen Dosiergeräte weiter. Das garantiert einerseits die kosteneffiziente, zum anderen die optimale Beschickung der Extruder mit sehr geringen Toleranzen der Endprodukte. Integriert in die Fördertechnik sind Entstaubungsanlagen, umfassende Sensorik sowie die auf Bedürfnisse in Bevern exakt zugeschnittene Steuerungs- und Überwachungstechnik mit Schnittstellen zu Produktionsleit- und ERP-Systemen.

Vakuumerzeuger und Filter der Zentralvakuum-Anlage (links) und Dosier- und Mischstation (rechts)
(Bild: Motan)

Bild 2. Vakuumerzeuger und Filter der Zentralvakuum-Anlage (links): An dieser Stelle werden gegenüber Linienanlagen erhebliche Energie- und damit Kosteneinsparungen erzielt. 

Rechts: zentrale gravimetrische Dosier- und Mischstation Gravicolor. 

Weiteres Ausbaupotenzial vorhanden

Mit der komplett neu aufgebauten Produktion ist es laut Egeplast-Verantwortlichen gelungen, die Digitalisierung und Automatisierung auf ein völlig neues Niveau zu heben und damit einerseits dem Fachkräftemangel wirksam entgegenzusteuern. Andererseits sei damit das sichere Einhalten der Qualitätsanforderungen und das Beherrschen der sehr hohen Variantenvielfalt gewährleistet.

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Die Ausbringungsmenge wurde mit zunächst nur vier statt der früheren sechs Extruderlinien und mit erheblich weniger Personal etwa verdoppelt. Eine weitere Linie ist im Oktober 2025 dazu gekommen. Und es ist weiteres Ausbaupotenzial vorhanden, sowohl bei den Extrudern als auch in der von Motan entwickelten und realisierten Materiallogistik. (me)

Fakuma-Kurzinterview

Die Fakuma feiert in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag. Seit wann ist Motan dabei?

Wir sind seit der zweiten Fakuma dabei und begleiten die Messe damit bereits seit ihren frühen Jahren. 

Welche Erwartungen haben Sie an die diesjährige Fakuma?

Für uns ist die Fakuma wie eine Hausmesse: Sie bietet die Gelegenheit für intensive Gespräche mit Kunden und Partnern und wertvolles direktes Feedback. Die Stimmung ist derzeit, insbesondere in Europa, etwas zurückhaltender. Dennoch blicken wir grundsätzlich optimistisch auf die Messe.

Was sind in diesem Jahr die Trendthemen?

Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Digitalisierung und Wirtschaftlichkeit stehen klar im Fokus. Entscheidend ist für uns, für die individuellen Anforderungen unserer Kunden die passende und wirtschaftliche Lösung zu bieten. Mit unserer Marke Swift setzen wir dabei ebenfalls wichtige Impulse.

Welche neuen Produkte und Dienstleistungen erwartet die Besucher am Stand von Motan?

Mit der Swift-Marke erweitern wir unsere Produktpalette gezielt um standardisierte und kosteneffiziente Lösungen und sehen darin zunehmend Potenzial für den europäischen Markt. Die Fakuma ist traditionell vor allem eine Spritzgussmesse, gleichzeitig gewinnen Extrusionsanwendungen an Bedeutung. Hier präsentieren wir mit dem Gravicolor 310/610 eine optimale Lösung für entsprechende Anwendungen.

Wo findet man Sie in Freidrichshafen?

Motan stellt auf der Fakuma 2026 in Halle B1 an Stand B1-1111 aus.