Kunststoffverpackungen sind allgegenwärtig – von der Lebensmitteltheke bis zur Pharma-Logistik. Unser Beitrag aus der Serie „Anwendungen im Fokus“ erklärt, welche Kunststoffe sich wofür eignen, wo ihre Grenzen liegen und wie Design, Recycling und Regulierung zusammenspielen.
Von Getränkeflasche und Joghurtbecher über Blister für Medikamente bis hin zur schützenden Hülle für den Warentransport – Kunststoffverpackungen sind überall. Ihre Funktionen und Aufgaben sind dabei so vielfältig wie ihre eingesetzten Werkstoffe. Die richtige Wahl des Materials entscheidet über Haltbarkeit, Recyclingfähigkeit und CO₂-Bilanz.
Kunststoffverpackungen sind praktisch und weitverbreitet, stehen aber auch zunehmend in der Kritik. Denn obwohl sich die meisten Kunststoffverpackungen gut recyceln lassen, landet nicht jedes Packmittel wieder im Kreislauf. Der Trend geht daher auch zunehmend zu Biokunststoffen oder Mehrwegprodukten.
Und dennoch: Ohne Kunststoffe geht im Verpackungsbereich nichts. Der folgende Text gibt einen Überblick über die Arten, Funktionen sowie Vor- und Nachteile von Kunststoffverpackungen. Gleichzeitig werfen wir einen Blick auf die aktuellen und zukünftigen Trends und schauen uns das Recycling etwas genauer an.
Arten von Kunststoffverpackungen
Ganz allgemein formuliert: Kunststoffverpackungen sind Verpackungen, die ganz oder teilweise aus Kunststoffen bestehen. Sie werden verwendet, um Produkte zu schützen, zu lagern, zu transportieren oder zu präsentieren.
Es gibt verschiedene Arten von Kunststoffverpackungen, die sich nach Form, Verwendung und Material unterscheiden. Hier ist ein klarer Überblick:
(Bild: PXN)
Darüber hinaus können Verpackungen auch nach ihrer Anwendung unterschieden werden:
Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff für mehr Hygiene und Sicherheit
Medizinische Verpackungen für mehr Patientensicherheit
Konsumgüterverpackungen für ansprechende Produkte
Transportverpackungen zum Schutz von Waren
In Bezug auf ihre Nutzung unterscheidet man zwischen Einweg- und Mehrwegverpackungen.
Welche Kunststoffe sind für Verpackungen üblich?
Die gängigsten Kunststoffe im Verpackungsbereich sind Polyethylen (PE), Polyethylenterephthalat (PET), Polypropylen (PP) und Polystyrol (PS).
Polyethylen
Polyethylen (PE) ist ein Thermoplast, der aus vielen miteinander verbundenen Ethylen-Molekülen besteht. Er gehört zu den am häufigsten verwendeten Kunststoffen weltweit. PE ist leicht, flexibel und wasserabweisend, weshalb es oft für Tüten, Folien und Flaschen genutzt wird.
Je nach Struktur kann es weich (Polyethylen mit niedriger Dichte, LDPE) oder hart und stabil (Polyethylen mit hoher Dichte, HDPE) sein.
PE-Verpackungen sieht man in der Praxis vor allem in Form von Folien, Beuteln oder Flaschen.
Polyethylenterephthalat
Polyethylenterephthalat (PET) ist ein Thermoplast aus der Gruppe der Polyester. Er ist leicht, stabil und transparent, weshalb man den Inhalt gut sehen kann. Außerdem lässt es sich gut recyceln und wird oft zu neuen Flaschen oder Textilfasern weiterverarbeitet.
PET-Verpackungen finden sich oft im Lebensmittelbereich, zum Beispiel in Form von Flaschen oder Schalen.
Polypropylen
Ein weiterer Thermoplast im Verpackungssektor ist Polypropylen (PP). Er ist sehr leicht, stabil und beständig gegen Wärme und viele Chemikalien. Außerdem ist er vielseitig einsetzbar und gehört zu den am häufigsten genutzten Kunststoffen weltweit.
PP-Verpackungen kenn die meisten vor allem als Joghurtbecher, Deckel oder Mikrowellenbehälter.
Polystyrol
Polystyrol (PS) ist ein thermoplastischer Kunststoff, der aus vielen miteinander verbundenen Styrol-Molekülen besteht. Er ist leicht, hart und kann sowohl transparent als auch als Schaumstoff (Styropor) vorkommen. Ein Nachteil ist, dass Polystyrol schwer abbaubar ist und das Recycling oft schwierig ist.
PS wird häufig für Verpackungen, Einwegbecher, Thermoverpackung oder Schutzverpackungen genutzt.
Wie werden Kunststoffverpackungen hergestellt?
Kunststoffverpackungen werden aus sogenannten Kunststoffgranulaten hergestellt, die meist aus Erdöl oder Erdgas gewonnen werden. Diese kleinen Kunststoffkügelchen werden zunächst erhitzt, bis sie schmelzen.
Anschließend wird der geschmolzene Kunststoff in eine bestimmte Form gebracht, zum Beispiel durch Spritzgießen, Blasformen oder Tiefziehen. Dabei entstehen unterschiedliche Verpackungen wie PET-Flaschen, Kunststoffbehälter oder Kunststofffolie.
Nach dem Formen werden die Verpackungen abgekühlt, damit sie ihre feste Form behalten. Zum Schluss werden sie oft noch bedruckt, etikettiert oder weiterverarbeitet, bevor sie in den Handel kommen.
Wichtige Hersteller & Anbieter im Überblick
H&K Müller: Individuelle Kunststoffverpackungen, Spritzguss, eigene Entwicklung/Werkzeugbau
Greiner Packaging: Maßgeschneiderte und nachhaltige Verpackungslösungen
RKW SE: Folienhersteller für verschiedene Branchen
Origin Packaging: Spezialist für Kunststoffflaschen, -gläser und -behälter (Gesundheit/Pflege)
Amcor: Einer der weltweit größten Verpackungskonzerne
RAJA-Gruppe: Führend im Vertrieb von Verpackungsmaterialien in Europa
Welche Funktionen haben Verpackungen?
Verpackungen haben mehrere wichtige Funktionen. Sie schützen Produkte vor Schäden, Verschmutzung und dem Verderben, zum Beispiel durch Feuchtigkeit oder Licht. Außerdem erleichtern sie den Transport und die Lagerung, weil sich Waren dadurch besser stapeln und sicher bewegen lassen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass Kunststoff kostengünstig hergestellt werden kann, weshalb viele Produkte günstiger angeboten werden können. Zudem lassen sich Kunststoffe flexibel formen, sodass sie für sehr unterschiedliche Verpackungen eingesetzt werden können.
Stand: 16.12.2025
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Viele Kunststoffverpackungen sind recyclingfähig. Das heißt, sie können wiederverwertet werden – auch wenn das in der Praxis noch nicht immer optimal gelingt.
Vorteile und positive Aspekte
Kunststoffverpackungen haben mehrere Vorteile. Sie sind sehr leicht, wodurch der Transport einfacher und energieeffizienter wird. Außerdem sind sie stabil und schützen Produkte gut vor Feuchtigkeit, Schmutz und Beschädigungen.
Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass Kunststoff kostengünstig hergestellt werden kann, weshalb viele Produkte günstiger angeboten werden können. Zudem lassen sich Kunststoffe flexibel formen, sodass sie für sehr unterschiedliche Verpackungen eingesetzt werden können.
Viele Kunststoffverpackungen sind zudem recyclingfähig. Das heißt, sie können wiederverwertet werden – auch wenn das in der Praxis noch nicht immer optimal gelingt.
In eigener Sache
Kunststoffverpackungen sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken – und zugleich stark in der Kritik. Unser Special in der aktuellen Ausgabe des Plastverarbeiters (4-5/2026) beleuchtet aktuelle Entwicklungen, innovative Lösungen und die Frage, wie nachhaltig Plastik wirklich sein kann.
(Bild: PXN)
Inhaltsverzeichnis
Plastics Europe Deutschland zum neuen Verpackungsgesetz
Materialqualität: Mehr Rezyklat, bessere Barrieren
Interpack 2026: Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor
Ressourceneffizienz durch biobasiertes Polyethylen
Werkstoffe: PPSU für Catering und Haushalt
75 Jahre Krones: „Wir stehen erneut an einem spannenden Wendepunkt“
Trends & Innovationen: Fleisch- und Wurstverpackungen neu denken
Kunststoffverpackungen bringen aber auch mehrere Herausforderungen mit sich. Ein großes Problem ist, dass viele Kunststoffe nur sehr langsam oder gar nicht in der Natur abgebaut werden und dadurch die Umwelt belasten. Dadurch entsteht auch Mikroplastik, das sich in Böden, Gewässern und sogar in Lebewesen anreichern kann.
Eine weitere Herausforderung ist das Recycling, da viele Plastikverpackungen aus verschiedenen Kunststoffarten oder Materialmischungen bestehen. Das erschwert die Sortierung und Aufbereitung.
Außerdem wird ein Teil der Kunststoffabfälle nicht richtig entsorgt und gelangt in die Umwelt oder in die Ozeane.
Nachhaltige Verpackungen aus Kunststoff
Besonders nachhaltige Kunststoffverpackungen sind solche, die gut recycelbar sind, wenig Material verbrauchen oder mehrfach verwendet werden können. Dazu gehören vor allem Mehrwegverpackungen aus Kunststoff, weil sie viele Male wiederverwendet werden können und dadurch weniger Abfall entstehen lassen.
Insbesondere PET-Verpackungen gelten als vergleichsweise nachhaltig, weil sie gut gesammelt und recycelt werden können und oft zu neuen Flaschen oder Textilfasern verarbeitet werden.
Zudem sind Verpackungen aus sortenreinem Kunststoff (Monomaterial) nachhaltiger, weil sie sich leichter recyceln lassen als Materialmischungen.
Recycling und Kreislaufwirtschaft
Warum ist das Recycling von Kunststoffverpackungen wichtig?
Kunststoffverpackungen zu recyceln, ist wichtig. Denn dadurch muss weniger neuer Kunststoff aus Erdöl hergestellt werden. Dadurch werden natürliche Ressourcen geschont und der Energieverbrauch bei der Produktion kann deutlich reduziert werden.
Außerdem hilft das Recycling dabei, die Menge an Plastikmüll zu verringern. Das ist besonders wichtig, weil Kunststoff sehr lange braucht, um sich zu zersetzen, und dabei Mikroplastik entstehen kann.
Durch Recycling können zudem wertvolle Rohstoffe im Kreislauf gehalten und erneut für neue Produkte genutzt werden. So wird die Umwelt weniger belastet und die Kreislaufwirtschaft gefördert.
Wie und wo kann man Kunststoffverpackungen recyceln?
Kunststoffverpackungen können in Deutschland und vielen anderen Ländern über das Wertstoffsystem recycelt werden. Meistens werden sie zu Hause in der Gelben Tonne oder im Gelben Sack gesammelt, wo alle leeren Kunststoffverpackungen entsorgt werden.
Von dort aus werden sie in Sortieranlagen gebracht, wo sie nach Kunststoffarten getrennt werden, zum Beispiel PET, PE oder PP. Anschließend werden die sortierten Kunststoffe gereinigt, zerkleinert und zu sogenannten Regranulaten verarbeitet. Diese können dann wieder zur Herstellung neuer Produkte verwendet werden.
Einige Verpackungen können auch über Pfandautomaten recycelt werden, zum Beispiel PET-Getränkeflaschen. Diese werden besonders hochwertig recycelt, weil sie sauber gesammelt und gezielt wiederverwertet werden.
Der bisher beschriebene Weg wird auch mechanisches Recycling genannt. Eine weitere Möglichkeit, Verpackungen aufzubereiten, bietet das chemische Recycling. Es eignet sich vor allem für stark verunreinigte Abfälle, bei denen das mechanische Recycling an seine Grenzen stößt. Chemische Verfahren zerlegen Kunststoffe in ihre Grundbausteine, um daraus neue Kunststoffe in Neuwarenqualität herzustellen.
Infografik: Recycling von Kunststoffverpackungen in Deutschland
Wer ist verantwortlich für Recycling und Entsorgung?
Für das Recycling und die Entsorgung von Kunststoffverpackungen sind mehrere Akteure gemeinsam verantwortlich.
Die Hersteller und Händler tragen eine wichtige Verantwortung, weil sie Verpackungen so gestalten und in Umlauf bringen, dass sie möglichst gut recycelbar sind. Außerdem müssen sie sich finanziell an der Entsorgung beteiligen, zum Beispiel über Lizenzgebühren für das duale System.
Die Kommunen sind dafür zuständig, die Abfallentsorgung zu organisieren und sicherzustellen, dass Müll richtig gesammelt und abgeholt wird.
Verbraucherinnen und Verbraucher haben ebenfalls eine wichtige Rolle, weil sie Verpackungen korrekt trennen und in die richtigen Sammelsysteme wie Gelbe Tonne oder Pfandautomaten geben müssen.
Zusammen sorgen also Wirtschaft, Staat und Bevölkerung dafür, dass Recycling funktioniert.
Kann man aus recycelten Kunststoffverpackungen erneut Kunststoffverpackungen herstellen?
Ja, aus recycelten Kunststoffverpackungen kann man wieder neue Kunststoffverpackungen herstellen. Dafür werden zuerst die gebrauchten Verpackungen gesammelt, sortiert, gereinigt und zu kleinen Kunststoffkügelchen, dem sogenannten Rezyklat, verarbeitet. Dieses kann anschließend wieder eingeschmolzen und in neue Produkte oder auch neue Verpackungen umgeformt werden.
Besonders gut funktioniert das bei sortenreinen Kunststoffen wie PET, das oft wieder zu neuen Getränkeflaschen verarbeitet wird. Allerdings ist die Qualität des recycelten Materials manchmal etwas geringer, weshalb nicht alle Verpackungen vollständig im gleichen Einsatzbereich wiederverwendet werden können.
Einschränkungen gibt es im Lebensmittelbereich: Die eingesetzten Rezyklate müssen in besonderen Verfahren gereinigt und dekontaminiert werden. Die Gefahr, dass hier unerwünschte Stoffe durch Verunreinigungen mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, ist bei recyceltem Kunststoff höher als bei erstmalig eingesetzten Polymeren.
Wichtige Vorgaben und Normen
Im Verpackungsbereich gibt es verschiedene wichtige Normen, Gesetze und Vorgaben, die sicherstellen sollen, dass Verpackungen sicher, umweltgerecht und recyclingfähig sind.
Eine zentrale Vorgabe ist die neue EU-Verpackungsrichtlinie (PPWR), die regelt, dass Verpackungen möglichst vermeidbar, wiederverwendbar und recycelbar sein müssen.
In Deutschland ist außerdem das Verpackungsgesetz (VerpackG) wichtig. Es verpflichtet Hersteller, sich am Recycling zu beteiligen und Verpackungen im sogenannten dualen System zu registrieren und zu finanzieren.
Zusätzlich gibt es Normen wie DIN- und EN-Normen, die technische Anforderungen festlegen, zum Beispiel zur Recyclingfähigkeit, Kennzeichnung oder Lebensmittelsicherheit von Verpackungen.
Für Lebensmittelverpackungen gelten außerdem strenge EU-Lebensmittelverordnungen, die sicherstellen, dass keine gesundheitsschädlichen Stoffe in die Lebensmittel übergehen.
Trends und Innovationen
Design for Recycling
Ein zentrales Schlagwort im Verpackungsbereich lautet „Design for Recycling“. Das heißt, Verpackungen müssen so konzipiert sein, dass sie am Ende ihres Lebenszyklus wiederverwertet werden können. Monomateriallösungen, innovative Verschlussmechanismen und leicht trennbare Mehrschichtfolien gehören zu den wichtigsten Ansätzen der Branche.
Neben recyclingfähigen Verpackungen gewinnen auch biobasierte und kompostierbare Kunststoffe an Bedeutung. Besonders dort, wo werkstoffliches Recycling an Grenzen stößt – etwa bei stark verschmutzten oder sehr leichten Verpackungen – können Biokunststoffe eine sinnvolle Ergänzung sein. Sie bieten neue Optionen für Anwendungen, bei denen neben Funktionalität auch Umweltverträglichkeit und regulatorische Konformität gefordert sind.
Digitale Technologien
Digitalisierung spielt ebenfalls eine zunehmend wichtige Rolle bei der Entwicklung innovativer Kunststoffverpackungen. QR‑Codes, digitale Wasserzeichen oder Blockchain-basierte Systeme ermöglichen eine lückenlose Rückverfolgung von Materialien und helfen bei der Sortierung. Auch für Konsumentinnen und Konsumenten bieten solche Lösungen mehr Transparenz über Materialherkunft und Entsorgungswege.
Beispiele aus der Praxis
Einweg-Trays sind im Gartenbau weitverbreitet – stehen jedoch auch in der Kritik. Mehrwegfähige Tiefzieh-Trays bieten neue Ansätze, um Ressourcen zu schonen und Prozesse effizienter zu gestalten. Weiterlesen
Nachhaltige Fleischverpackung wird zur Pflicht. Südpack zeigt, wie recyclingfähige Folien Haltbarkeit sichern und Effizienz steigern. Weiterlesen
Der Verpackungsspezialist Alpla und der Mikronährstoffhersteller Biogena haben eine vollständig kreislauffähige Verpackungslösung auf Basis von Zuckerrohr-Reststoffen realisiert. Weiterlesen
Greiner Packaging produziert in der Schweiz ab 2026 K3-Becher mit einem Anteil an mechanisch recyceltem Polystyrol. Weiterlesen
Fazit und Ausblick
Kunststoffverpackungen sind wichtig. Sie schützen Produkte – leicht, günstig und zuverlässig. Sie ermöglichen einen sicheren Transport, verlängern die Haltbarkeit von Lebensmitteln und sind vielseitig einsetzbar.
Gleichzeitig verursachen sie jedoch große Umweltprobleme, vor allem durch Müll, Mikroplastik und den hohen Energie- und Rohstoffverbrauch bei der Herstellung. Ein nachhaltiger Umgang mit Kunststoffverpackungen ist daher entscheidend, insbesondere durch Recycling, Mehrwegsysteme und die Reduzierung unnötiger Verpackungen.
Es ist zu erwarten, dass sich Verpackungen stärker in Richtung Kreislaufwirtschaft entwickeln. Das bedeutet, dass Materialien immer häufiger wiederverwendet oder recycelt werden. Darüber hinaus werden in Zukunft wahrscheinlich mehr biobasierte oder leichter recycelbare Materialien eingesetzt und Kunststoffverpackungen insgesamt weiter reduziert oder ersetzt, wo es möglich ist.