Grundlage der Farbbeurteilung Warum Urmusterplatten auch heute noch wichtig sind

Verantwortliche:r Redakteur:in: Simone Fischer 2 min Lesedauer

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Urmusterplatten dienen als Referenz bei der Farbbeurteilung im Prozess, sind aber auch ein wichtiges Werkzeug bei der Ausarbeitung eines Farbwunsches.

Die Farbwahrnehmung wird auch durch die Struktur der Oberfläche bestimmt. (Bild:  Graf)
Die Farbwahrnehmung wird auch durch die Struktur der Oberfläche bestimmt.
(Bild: Graf)

Werden in der heutigen digitalen Zeit überhaupt noch haptische Referenzmuster benötigt? Diese Frage wird in Zeiten digitaler Farbmodelle, Simulationen und 3D-Renderings immer wieder gestellt. Doch in der Realität langer Entwicklungsprozesse und komplexer Wertschöpfungsketten ist die Antwort klar: Ja, unbedingt. Physische Urmuster bleiben unverzichtbar! Zum einen als Machbarkeitsanalyse für die Umsetzung des OEM-Farbwunsch im Polymer, zum anderen als definiertes Farbkonzept und Referenz für Farbe und Glanzgrad verschiedener Kunststoffteile beim Zulieferer. Sie ermöglichen eine präzise und konsistente Beurteilung von Bauteilen über alle Stationen der Produktionskette hinweg, und zwar unabhängig von Bildschirmdarstellungen, Lichtbedingungen oder subjektivem Eindruck.

Für wen die Farbmuster wichtig sind

Gerade OEMs (Original Equipment Manufacturer) und ODMs (Original Design Manufacturer), die auf eine hohe Farbpräzision Wert legen, setzen diese haptischen Referenzmuster ein, die dem Teileproduzenten zur Verfügung gestellt werden. Um verschiedene Kunststoffbauteile farblich einzustellen und im Colormatching aufeinander abzustimmen – vorrangig im Mobilitätssektor wie etwa dem Automobilbau, in der Luftfahrt, auf der Schiene oder im Schiffsbau. Aber auch in der Medizintechnik oder im Bereich Elektro- und Haushaltsgeräte gibt es OEM Strukturen, die Designkonsistenz gewährleisten müssen. Dabei geht es nicht nur um die Lieferanten beziehungsweise Teileproduzenten selbst, sondern um die Unternehmen, die das Farbdesign und die Materialentscheidung maßgeblich beeinflussen, verantworten und über alle Instanzen hinweg garantieren.

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„Pro Farbentwicklung entstehen bei Grafe in der Regel zwischen 300 bis 600 Urmusterplatten – mit hoher Konstanz, engsten Toleranzen und langjähriger Farbstabilität", erläutert Lars Schule, Head of Color Development and Material Science.
(Bild: Grafe)

Die Grafe Gruppe mit Sitz in Blankenhain ist seit zwei Jahrzehnten Ansprechpartner für OEMs und deren Designabteilungen. Der Masterbatch und Compound-Hersteller begleitet Kunden von der ersten Farbidee bis zum fertigen Referenzmuster. Was als Service vorrangig für den Automotive Sektor begann, ist heute ein vollumfassendes Angebot verschiedener Einzelleistungen, die neben der eigentlichen Herstellung der Urmuster, fundierte Beratung in allen Aspekten der Farbentwicklung abdeckt – sei es bei der Wahl des Glanzgrads, der Narbung oder der Auswahl geeigneter Trägermaterialien und Verpackung.

so entstehen Urmuster

Die Farbentwicklungen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit OEMs und ODMs. Zu Beginn steht die sorgfältige Projektierung, damit im nächsten Schritt die Auswahl der gewünschten Narbung und Oberflächenstruktur erfolgen kann, die als Basis für die Werkzeugauslegung dient. Basierend auf digitalen Farbwerten oder physischen Farbvorlagen, wie Lackmuster, Stoff- oder Lederproben, bis hin zu Metallelementen, erfolgt dann die Entwicklung einer präzisen Farbrezeptur seitens der Coloristen von Grafe im eingesetzten Trägermaterial. Der gewünschte Farbton wird dann als Musterplatte für weitere Iterationsschleifen dem OEM zur Verfügung gestellt, um bis zur Freigabe noch Feinjustierungen abzustimmen. Die finale Produktion der Urmusterplatten findet unter höchsten Qualitätsstandards statt. Je nach Kundenanforderung erfolgt die visuelle und messtechnische Prüfung stichprobenartig oder für jedes einzelne Muster. Farbmetrische Vermessung und Dokumentation schließen die Qualitätssicherung ab. Anschließend gehen die etikettierten und verpackten Urmusterplatten an den OEM/ODM oder wahlweise direkt an Tier-1- oder Tier-2-Zulieferer.
Quelle: Grafe

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