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VCI-Befragung zur deutschen Chemieindustrie Chemie-Investitionen in Deutschland sinken

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Eine aktuelle Mitgliederumfrage des VCI zeigt ein deutliches Absinken der Sachanlageinvestitionen in der deutschen Chemieindustrie für das Jahr 2026. Während 45 % der Rohstoffhersteller ihre Inlandsinvestitionen kürzen, planen 40 % verstärkte Ausgaben im Ausland. Für die nachgelagerte Kunststoffverarbeitung verschärfen sich damit die Rahmenbedingungen entlang der Vorlieferketten.

Hohe Kosten und Bürokratie bremsen Investitionen der Chemiebranche.(Bild:  stock.adobe.com - cassis)
Hohe Kosten und Bürokratie bremsen Investitionen der Chemiebranche.
(Bild: stock.adobe.com - cassis)

Die Sachanlageinvestitionen am Standort Deutschland sind nach einem Höchststand von mehr als 10 Mrd. Euro im Jahr 2023 auf zuletzt rund 8,90 Mrd. Euro gesunken. Für das Jahr 2026 signalisiert die Befragung des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) einen weiteren Rückgang der Inlandsinvestitionen. 45 % der befragten Unternehmen rechnen mit sinkenden Investitionen in Deutschland, während lediglich 20 % eine Ausweitung planen. Damit hat sich die Investitionsneigung gegenüber dem Herbst 2025 erneut verschlechtert.

Hohe Kosten und Importdruck hemmen Kapitalzufluss

(Bild:  VCI)
(Bild: VCI)

Als primäre Ursachen für die gesunkene Investitionsbereitschaft identifizieren die Betriebe die Standortbedingungen in Deutschland. Für 86 % der Unternehmen stellen die hiesigen Kosten das größte Hindernis dar, gefolgt von den Rahmenbedingungen der Energie- und Klimapolitik mit 81 %. Zudem bewerten 61 % die fehlende Verlässlichkeit der Wirtschaftspolitik und 51 % die mangelnde Reformagenda als Belastung. Der steigende Importdruck beeinträchtigt zusätzlich die Entscheidungen von 53 % der befragten Betriebe.

Kapitalverlagerung ins Ausland nimmt zu

Infolge dieser Hemmnisse verlagern 43 % der Unternehmen ihre Investitionen zumindest teilweise oder vollständig ins Ausland. Während für den Standort Deutschland die Kürzungsabsichten überwiegen, planen 40 % der heimischen Chemieunternehmen eine Erhöhung ihrer Auslandsbudgets, lediglich 22 % wollen auch im Ausland kürzen. „Die Chemie- und Pharmaindustrie steht zum Standort Deutschland und investiert hier. Doch die Warnsignale sind unübersehbar“, betont Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI).

Bestehende Standortvorteile wie qualifizierte Fachkräfte, Rechtssicherheit, Infrastruktur und Innovationskraft werden nach Verbandsangaben zunehmend durch Bürokratie sowie langwierige Genehmigungsverfahren überlagert. Dies belastet die für die Branche notwendigen Transformationsprozesse. „Wenn inzwischen fast jedes zweite Unternehmen seine Investitionen in Deutschland zurückfährt und gleichzeitig mehr Kapital ins Ausland fließt, besteht Handlungsbedarf“, erklärt Große Entrup. „Wer Wachstum, Transformation und Klimaschutz hier sichern will, muss Kosten senken und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen“, erläutert der VCI-Hauptgeschäftsführer abschließend. mg

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