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Konzeptfahrzeug reEconic Ein Müllfahrzeug aus Kunststoffabfällen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Melanie Ehrhardt 4 min Lesedauer

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Ein Müllfahrzeug, das unter anderem aus alten Fischernetzen und Windkraftanlagen-Abfällen besteht – und dabei selbst der Abfallentsorgung dient: Das Konzeptfahrzeug „reEconic“ soll zeigen, wie weit eine konsequente Kreislaufwirtschaft im Nutzfahrzeugbereich heute schon reichen kann. 

 Zweispurig zur Kreislaufwirtschaft: Mercedes-Benz Trucks zeigt den reEconic – ein batterieelektrisches Fahrzeug mit recycelten Materialien.(Bild:  Daimler Truck AG)
Zweispurig zur Kreislaufwirtschaft: Mercedes-Benz Trucks zeigt den reEconic – ein batterieelektrisches Fahrzeug mit recycelten Materialien.
(Bild: Daimler Truck AG)

Wie kann eine ganzheitliche Kreislaufwirtschaft im Nutzfahrzeugbereich gelingen? Eine Nachhaltigkeitsallianz aus 33 Partnern, darunter federführend das Daimler Truck-Segment Mercedes-Benz Trucks, der Müllfahrzeugspezialist Faun Umwelttechnik und das Recycling-Unternehmen TSR Group zeigt dies mit dem Konzeptfahrzeug „reEconic“. 

Die Partner haben das batterieelektrische Abfallsammelfahrzeug auf Basis des Mercedes-Benz eEconic auf besonders ressourcenschonende Art und Weise gefertigt. Ausgestattet ist das Konzeptfahrzeug mit dem neuen Faun reNew Variopress Aufbau, der ebenfalls teilweise aus recycelten Materialien besteht. 

INFO

Premiere auf der IFAT 2026

Das Komplettfahrzeug des reEconic wird ab dem 4. Mai im VAK-Außengelände (Verband der Arbeitsgeräte- und Kommunalfahrzeug-Industrie e.V.) der IFAT 2026 erstmals ausgestellt. Eine zusätzlich zu Entwicklungszwecken gebaute Fahrerkabine finden Besucher und Besucherinnen am Stand von Mercedes-Benz Trucks (Halle C6/ Stand 451). 

Kreislaufwirtschaft in Reinform

Als Abfallsammelfahrzeug unterstreicht der reEconic die Sinnhaftigkeit zirkulärer Produktion besonders eindrücklich. Das Fahrzeug trage nicht nur durch seine Bauart, sondern auch durch seine Einsatzfunktion zur Ressourcenwiederverwendung bei. 

Es sammelt Abfälle, die in Recyclingprozesse überführt werden und besteht gleichzeitig teilweise aus recycelten Materialien, für die eine konsequente Ressourcenwiederverwertung notwendige Voraussetzung ist. Ideengeber und wichtiger Partner während des gesamten Projektzeitraums war die TSR Group.

„Wir haben dieses Projekt initiiert, weil geschlossene Kreisläufe nur dann entstehen, wenn sie über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg gemeinsam gedacht und umgesetzt werden“, erklärt Bernd Fleschenberg, COO TSR Group. Das schont Ressourcen, mindert den Energiebedarf erheblich und senkt CO₂-Emissionen. Gleichzeitig stärkt es die Resilienz industrieller Lieferketten und verringert die Abhängigkeit von globalen Rohstoffmärkten.

Im Detail

Blick auf den Beifahrersitz (Symbolbild)
(Bild: Daimler Truck AG)

Beifahrersitz aus recyceltem Kunststoff
 

  • Bezugsstoff aus 99 % rezykliertem Polyamid (rPA)

  • Ursprung rPA: Fischernetze (PCR) und Teppiche (PIR)

  • Sitz-Konstruktion aus Polypropylen mit 99 % Rezyklatanteil

  • Produktion in serienüblicher Verarbeitung

Der reEconic besteht unter anderem aus Werkstoffen mit Vorgeschichte, von Fischernetzen bis zu Automotive-Teilen. Auch nach der Nutzungszeit können viele dieser Komponenten in ihre Ausgangsmaterialien zurückversetzt und wiederverwendet werden. Das sei ist Kreislaufwirtschaft in Reinform. „Wir gehen davon aus, dass wir unsere Erkenntnisse und Erfahrungen in die Serienproduktion einfließen lassen können, damit künftig mehr Lkw mit hohen Recyclinganteilen auf die Straße kommen“, erklärt Roland Dold, Projektleitung reEconic, Mercedes-Benz Trucks. 

Hier finden sich Rezyklate im reEconic

Unter anderem wurden konventionelle, erdölbasierte Kunststoffe und faserbasierte Verstärkungsstoffe des Serienfahrzeugs teilweise durch eine breite Palette an nachhaltigeren Varianten im reEconic ersetzt. Dazu gehören:

  • Bei der Fußraumverkleidung kommt beispielsweise naturfaserverstärktes Polylactid (PLA) als biobasierter Faserverbundwerkstoff zum Einsatz. 
  • Die Bezugsstoffe der Sitze bestehen aus recyceltem Polyamid (PA)von Teppichabfällen und alten Fischernetzen
  • Der Füllstoff des Kotflügels ist ein recycelter Duromer-Kunststoff, der aufgrund seiner Formbeständigkeit üblicherweise in Rotorblättern von Windkraftanlagen und im Boots- und Fahrzeugbau verwendet wird. 
  • Der Displayhalter ist aus einem biobasierten Füllstoff aus Abfällen der Sonnenblumenölproduktion gefertigt und das Armaturenbrett aus ligninbasierten Kunststoffen. 

Beim reEconic werden außerdem runderneuerte Reifen verwendet, bei denen die vorhandene Karkasse mehrfach genutzt wird. Durch dieses Verfahren erhöht sich der Anteil recycelter und erneuerbarer Materialkomponenten bereits nach der ersten Erneuerung auf bis zu 80 Prozent. Der Rohstoffbedarf wird dadurch signifikant reduziert.

Im Detail

Reifen von Continental
(Bild: Daimler Truck AG)

Hohe Materialeffizienz durch runderneuerte Nutzfahrzeugreifen

  • Runderneuerte Nutzfahrzeugreifen von Continental sind besonders ressourcenschonend, da die Karkasse mehrfach genutzt wird.

  • Der Anteil rezyklierter und erneuerbarer Materialien und Komponenten lässt sich so auf bis zu 80 %* steigern. Dadurch kann der Einsatz primärer Rohstoffe reduziert werden.

Mehr als ein Showcase 

Der reEconic soll im zweiten Halbjahr 2026 bei Remondis ausführlich im Praxisalltag getestet werden und damit in die praktische Anwendung übergehen. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen weitere Erkenntnisse für die Weiterentwicklung zirkulärer Fahrzeugkonzepte liefern.

Es ist zudem geplant, dass ausgewählte, beim reEconic erstmals verwendete Materialien und innovative Produktionsschritte künftig Eingang in die Serienproduktion von Daimler Truck finden. Für Kommunen und Entsorger soll dieses Konzeptfahrzeug und die Studienergebnisse den Weg zu einer doppelten Nachhaltigkeitsstrategie mit batterieelektrischer Antriebstechnologie und ressourcenschonenden Rohstoffen im Sinne der Kreislaufwirtschaft ebnen.

INFO

Im Profil

Im Projekt reEconic haben 33 Unternehmen funktionierende Stoffkreisläufe beispielhaft entwickelt und etabliert. Trotz der Komplexität – allein im Bereich Kunststoff waren sieben Partner für die Materiallieferungen, fünf Partner für die Halbzeugherstellung und acht weitere Partner für die Komponentenfertigung involviert – kann dieses Zusammenarbeitsmodell als Ausgangspunkt für den Hochlauf nachhaltigerer Kreislaufstrukturen dienen. Eine Erweiterung des Netzwerks ist vorgesehen.

Service

Der reEconic ist ein Leuchtturmprojekt und ein zentraler Bestandteil der Kreislaufwirtschaft bei Daimler Truck – und damit eines der strategischen Fokusthemen im Bereich Nachhaltigkeit. Mehr Informationen finden Sie hier.

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