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Heißkanaltechnik in der Serienfertigung Wago fertigt angussfrei im 
48-fach-Werkzeug

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Wago stellt die Fertigung seiner Elektroinstallations­klemmen per seitlicher Direktanspritzung auf einen angussfreien Prozess um. Ein Ewikon-Heißkanalsystem im 48-fach-Werkzeug verkürzt die Zykluszeit um bis zu 40 % und spart 45 % CO2 ein. Möglich wurde dies dank enger Abstimmung zwischen Entwicklung, Werkzeugbau und Produktion.

48-fach-Heißkanal von Ewikon als Serienwerkzeug.(Bild:  Ewikon)
48-fach-Heißkanal von Ewikon als Serienwerkzeug.
(Bild: Ewikon)

In der Serienfertigung elektrotechnischer Komponenten stehen Kunststoffverarbeiter vor der Aufgabe, hohe Bauteilqualität mit wirtschaftlicher Prozessführung zu vereinen. Der Verbindungstechnik-Hersteller Wago mit Sitz in Minden wurde im Jahr 2022 erstmals auf die Ewikon-Technologie der seitlichen Direktanspritzung aufmerksam. Gemeinsam mit Ewikon evaluierte Wago diese Technologie für seine Elektroinstallationsklemmen der Artikelreihe 2273.

Als Referenzwerkstoff diente ein orange eingefärbtes Polycarbonat (PC), das hohe Anforderungen an die Fließeigenschaften, das Entformungsverhalten und die Oberflächengüte stellt. Die im Ewikon-Technikum durchgeführten Versuche bestätigten eine fehlerfreie Schmelzeführung, eine stabile Entformung ohne Anguss sowie eine hohe Bauteilqualität unter seriennahen Bedingungen.

Validierung über 8-fach-Testwerkzeug an drei Standorten

Auf Basis der Versuchsergebnisse konstruierte der Bereich Wago Tooling International in Minden noch 2022 ein seriennahes 8-fach-Testwerkzeug. Nach der erfolgreichen Freigabe am Stammstandort setzte das Unternehmen das Werkzeug in seinen Produktionsstätten Sondershausen sowie Domdidier in der Schweiz ein. Diese standortübergreifende Validierung stellte sicher, dass die neue Heißkanaltechnik auch unter schwankenden Fertigungsbedingungen eine gleichbleibend hohe Prozessstabilität garantiert. Sämtliche beteiligten Werke attestierten der eine hohe Zuverlässigkeit.

Skalierung auf ein 48-fach-Werkzeug für die Großserie

Nach der erfolgreichen Testphase folgte der Transfer in die Großserienfertigung. Der portugiesische Werkzeugbauer GLN/Famolde aus Marinha Grande übernahm die Fertigung eines 48-fach-Serienwerkzeugs auf Basis der Konstruktionsvorgaben der Wago-Vorentwicklung. Die Abstimmung zwischen den Entwicklern, dem Werkzeugbau und dem Heißkanalhersteller erfolgte bereits im Vorfeld eng mit dem späteren Fertigungsteam.

Das Projektteam v.l.n.r.: Rui Gomes (GLN Group-Famolde), Viktor Arndt, Alexander Sudermann und Eduard Wallmann (Wago), Jens Hartwig (Ewikon), Sebastian Meyer, Kerstin Krallmann und Viktor Löwen (Wago) sowie Marcio Felicio (Euro-Cumsa).(Bild:  Ewikon)
Das Projektteam v.l.n.r.: Rui Gomes (GLN Group-Famolde), Viktor Arndt, Alexander Sudermann und Eduard Wallmann (Wago), Jens Hartwig (Ewikon), Sebastian Meyer, Kerstin Krallmann und Viktor Löwen (Wago) sowie Marcio Felicio (Euro-Cumsa).
(Bild: Ewikon)

Die Werkzeugentwicklung wurde maßgeblich vom Wago-Entwicklungsteam (Alexander Sudermann, Viktor Löwen, Sebastian Meyer und Eduard Wallmann), GLN/Famolde (Rui Gomes), Ewikon (Jens Hartwig) und Euro-Cumsa (Marcio Felicio) verantwortet, deren Expertise einen entscheidenden Beitrag zum Projekterfolg leistete. So verkürzte sich die Anlaufphase im Wago-Werk nach der Auslieferung erheblich.

Serienerfolg: Leistungsdaten aus der Produktion

Die Umstellung auf die seitliche Direktanspritzung eliminiert das Angussmaterial vollständig, wodurch Nachbearbeitungsschritte entfallen und der Materialbedarf sinkt. In der Serienproduktion verringert das 48-fach-Werkzeug die Zykluszeit im Vergleich zu konventionellen Serienwerkzeugen um bis zu 40 %. Durch den Entfall der Angüsse reduzieren sich die bauteilbezogenen CO2-Emissionen um etwa 45 %.

Auch im Dauerbetrieb überzeugt die mechanische Robustheit des Heißkanalsystems: Bei einer proaktiven Überprüfung nach mehr als 3.000.000 Schuss befanden sich alle Düsenkomponenten in einwandfreiem Zustand.

Technologie trifft Teamarbeit

Das Projekt zwischen Wago und Ewikon verdeutlicht eindrucksvoll, dass technologische Innovation und erfolgreiche Zusammenarbeit Hand in Hand gehen müssen. Die seitliche Direktanspritzung ermöglicht nicht nur eine angussfreie Fertigung, sondern eröffnet völlig neue Perspektiven in der wirtschaftlichen Serienproduktion. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie wichtig eine enge Abstimmung zwischen Entwicklung, Werkzeugbau und Produktion ist.

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