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Flachs statt Carbon  BMW treibt Materialwandel im Leichtbau voran 

Von Melanie Ehrhardt (verantwortlich) 2 min Lesedauer

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BMW ersetzt kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe durch naturfaserbasierte Verbundwerkstoffe in der Serienproduktion. Grundlage dafür ist ein Flachs-Verbund, der zuvor unter extremen Bedingungen im Motorsport erprobt wurde. 

Einsatz von Naturfaser-Verbundwerkstoffen auf einem Autodach(Bild:  BMW)
Einsatz von Naturfaser-Verbundwerkstoffen auf einem Autodach
(Bild: BMW)

Leichtbau ist seit vielen Jahren ein wichtiges Entwicklungsfeld für die BMW Group. Dabei hat der Einsatz von Naturfaser mit reduziertem CO₂e-Fußabdruck in Verbundwerkstoffen an Bedeutung gewonnen. Wie Materialuntersuchungen zeigen, lassen sich gerade Exterieur- und Interieur-Sichtbauteile vorzugsweise aus diesen Fasern herstellen.

Beispielsweise kann durch den Einsatz von Naturfaser-Verbundwerkstoffen anstatt Kohlefaserverbund im Dach der künftigen für zukünftige Modelle des BMW Group Portfolios eine CO₂e-Reduktion in der Herstellung mit zusätzlicher End-of-Life-Betrachtung von rund 40% erreicht werden.

Vom Motorsport in die Serienproduktion

Die innovativen Verstärkungslösungen aus Naturfaser-Verbundwerkstoffen kamen im BMW M Motorsport erstmals 2019 in der Formel E zum Einsatz. Seitdem wurden diese Komponenten auch erfolgreich im #BMW M4 DTM und M4 GT4 eingesetzt, um Teile aus Kohlefaser-Kunststoff (CFK) zu ersetzen. 

Die Materialien wurden gemeinsam mit Bcomp entwickelt.  Seit 2022 ist das Schweizer Cleantech-Unternehmen offizieller BMW M Motorsport Partner für den Einsatz des BMW M4 GT4. Im Juni kündigte der Automobilhersteller schließlich den Einsatz von Naturfaser-Verbundwerkstoffe aus Flachs in Serienfahrzeugen an.

Beitrag zur CO2e-Reduktion und Leichtbau

Der Einsatz von Naturfasern trägt dazu bei, den CO₂e-Footprint zukünftiger Fahrzeugmodelle zu reduzieren Materialuntersuchungen belegen, dass sich insbesondere Bauteile im Exterieur- und Interieurbereich aus den Naturfasern herstellen lassen.

Ein konkretes Beispiel ist der Einsatz von Naturfaser-Verbundwerkstoffen anstelle von Kohlefaser-Verbundwerkstoffen im Dach zukünftiger Modelle. Dadurch kann eine Reduktion der CO₂e-Emissionen in der Herstellung und zusätzlicher End-of-Life-Betrachtung von rund 40% erzielt werden. 

Mit JEC Innovation Award ausgezeichnet

Herausragende Leichtbau-Innovationen werden jährlich mit dem JEC Europe Innovation Award ausgezeichnet. Zu den Gewinnern gehörten in diesem Jahr auch BMW und seine Partner aus dem Projekt BMW M Natural Fiber Composites. Sie erhielten die Auszeichnung in der Kategorie Automotive & Road Transportation – Parts. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich dabei um die bislang umfangreichste Anwendung sichtbarer Naturfaser-Verbundbauteile in Serienfahrzeugen.

Fazit & Ausblick

Mit dem Schritt in die Serienproduktion könnte BMW einen wichtigen Impuls für die breitere Nutzung biobasierter Verbundwerkstoffe in der Automobilindustrie setzen. Die Entwicklung zeigt, dass Naturfasern zunehmend auch in anspruchsvollen Fahrzeuganwendungen eine Alternative zu etablierten Hochleistungsfasern darstellen können.

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