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EU-Altfahrzeug-Verordnung politisch bestätigt EU beschließt feste Rezyklatquoten ab 2032

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Die jetzt politisch bestätigte EU-Altfahrzeug-Verordnung schreibt ab 2032 feste Rezyklatquoten für Kunststoffe vor. Für Verarbeiter verschärft dies die Rohstoffbeschaffung und beeinflusst die Bauteilkonstruktion. Weil post-industrielle Sekundärmaterialien nicht zählen, drohen Engpässe und Kostensteigerungen. 

Die beschließt u.a. eine geschlossene Kreislaufführung (Closed-Loop) bei Autos. Derzeit gibt es in Europa zu wenig Altfahrzeuge mit nutzbaren Kunststoffkomponenten. (Bild:  stock.adobe.com/karepa)
Die beschließt u.a. eine geschlossene Kreislaufführung (Closed-Loop) bei Autos. Derzeit gibt es in Europa zu wenig Altfahrzeuge mit nutzbaren Kunststoffkomponenten.
(Bild: stock.adobe.com/karepa)

Nach der finalen Zustimmung des Europäischen Parlaments und der formellen Annahme durch den Rat ist die neue EU-Verordnung über die Kreislaufwirtschaft bei der Fahrzeugkonstruktion und der Entsorgung von Altfahrzeugen (ELV-R) politisch beschlossen. Der Verband Technische Kunststoff-Produkte (TecPart) verweist auf weitreichende Konsequenzen für die industriellen Lieferketten.

Konkret verlangt die Verordnung ab dem Jahr 2032 eine Kunststoff-Rezyklateinsatzquote von 15 %, die bis 2036 auf 25 % ansteigen muss. Zudem ist innerhalb dieser Quoten eine geschlossene Kreislaufführung (Closed-Loop) von mindestens 20 % vorgeschrieben. 

Kostenrisiken durch verschmutzten Abfallstrom

Um diese hohen Quoten im Fahrzeugbau zu realisieren, ist eine sortenreine Sammlung sowie eine gesteigerte Ausbeute einsetzbarer Rezyklate erforderlich. Da die benötigten Qualitäten aus verschmutzten Abfallströmen gewonnen werden müssen, entstehen kostenintensive Aufbereitungsschritte. Gleichzeitig sind die Demontagekapazitäten für Kunststoffe aus Altfahrzeugen mangels bisheriger Wirtschaftlichkeit unzureichend ausgebaut. 

Zudem konkurrieren Automobilzulieferer zunehmend mit Segmenten wie der Verpackungsindustrie um die knappen Rezyklatmengen. „Wir begrüßen den Kreislaufgedanken der ELV-R ausdrücklich, sehen jedoch durch günstige Neuware aus Drittländern eine erhebliche Herausforderung für die Rentabilität der heimischen Rezyklate“, erklärt Michael Weigelt, Geschäftsführer von TecPart. Ohne verlässliche ökonomische Anreize wird der Rezyklatmarkt laut einer Branchenstudie nicht rechtzeitig anspringen. 

Ausschluss von Post-Industrial-Rezyklaten in der Kritik

Auf der Konstruktionsebene reagieren Entwickler bereits mit der Reduzierung von Kunststoffsorten und demontagefreundlichen Designs, um die Bauteile gezielt auf den Rezyklateinsatz auszulegen. Allerdings werden künftige Fahrzeuggenerationen voraussichtlich wesentlich mehr Kunststoffe enthalten als jene Fahrzeuge, die ab 2032 aus dem Markt zurückkommen. Neben dieser Mengenverschiebung kommen insgesamt noch zu wenige Altfahrzeuge mit nutzbaren Kunststoffkomponenten zurück. 

Diese fundamentale Verfügbarkeitslücke könnte durch industrielle Produktionsabfälle verkleinert werden, die jedoch in der aktuellen Verordnung nicht auf die Quoten anrechenbar sind. „Es bleibt unverständlich, warum dieser wichtige Rezyklatstrom nicht für die Quote zählt“, betont Rainer Zies, Geschäftsführer der MKV-Kunststoffgranulate und Mitglied des TecPart-Vorstandes. Schon heute zeichne sich ab, dass die Zielmengen bei wichtigen technischen Materialien ohne diese post-industriellen Ströme (PIR) nicht erreicht werden können. 

Forderung nach Investitionssicherheit für Verarbeiter

Die in der ELV-R verankerte Option, die Quoten im Jahr 2031 bei mangelnder Verfügbarkeit oder fehlenden wettbewerbsfähigen Preisen anzupassen, bietet aus Sicht der Verarbeiter keine ausreichende Planungssicherheit. Der Branchenverband fordert stattdessen die sofortige regulatorische Zulassung aller Sekundärmaterialien, einschließlich der seit Jahrzehnten etablierten, sortenreinen und technisch hochwertigen PIR-Ströme. 

Um den Hochlauf wirtschaftlich tragfähig zu gestalten, bedarf es neben ambitionierten Zielwerten vor allem einer wirksamen finanziellen Entlastung für in Europa hergestellte Rezyklate sowie klarer Qualitätsvorgaben. Nur durch rentable und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen können die geforderten Kreislaufprozesse final in automobilen Serienanwendungen standardisiert werden.

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