Auf der K 2025 zeigt Engel, wie sich technologische Innovation, digitale Intelligenz und Nachhaltigkeit wirkungsvoll miteinander verbinden lassen. Erfahren Sie wie.
Weltpremiere auf der K 2025 – eine elektrische holmlose Spritzgießmaschine
(Bild: Engel)
Eines der Highlights auf dem Messestand ist die Weltpremiere der neuesten Generation der elektrischen holmlosen Victory Spritzgießmaschinen. Die Maschine ist laut Engel sowohl schnell, sauber und energiesparend, als auch eine konstruktive Weltneuheit, mit zusätzlichen Vorteilen für die Anwender.Auf dieser Maschine werden mit einer Zykluszeit von nur 23 s Fittings hergestellt. Das Werkzeug verfügt über großvolumige Kernzüge, die durch den freien Zugang der holmlosen Bauweise unterstützt werden. Durch die Holmlos-Technologie können auch große Werkzeuge auf vergleichsweise kleinen Maschinen eingesetzt werden, wodurch Platz, Energie und Investitionen gespart werden. Nach dem Spritzgießen werden die Fittings automatisch mit Dichtungen versehen. Die Produktionszelle ist dafür mit zwei Easix Knickarmrobotern ausgestattet.
Rückleuchtenmodule werden live produziert
Auf einer Duo 700 Zwei-Platten-Spritzgießmaschine mit 7.000 kN Schließkraft wird die hochintegrierte Serienfertigung neuartiger Rückleuchtenmodule zu sehen sein. Die rund 600 x 240 mm großen Sichtteile werden mit einer Kombination aus dekorativem Foilmelt- und funktionalem Clearmelt-Verfahren mit einem vertikalen Drehtischwerkzeug produziert. Zusätzlich zur Designfreiheit werden nachgelagerte Prozesse in die Spritzgießzelle integriert und auch ein Hardcoating ist mit Clearmelt nicht erforderlich. Während auf einer Werkzeugseite das Farbdesign einer Dekorfolie per thermoplastischem Hinterspritzen auf das Bauteil übertragen wird (Foilmelt), entsteht auf der Gegenseite durch das nachgelagerte Überfluten mit Polyurethan (Clearmelt) eine hochtransparente, robuste Schutzschicht. Eine platzsparend integrierte Automatisierung mit einem Viper 40 Linearroboter sorgt für kurze Zykluszeiten in einer kompakten und effizienten Zelle. Die Transferfolie stammt von Leonhard Kurz. Am Stand des Partners in Halle 5, Stand A19 wird das Bauteil mit einer integrierten LED-Funktionsfolie weiterverarbeitet.
Flüssigsilikondichtungen für die Brennstoffzellen
Auf der vertikalen Engel Insert 150 entstehen LSR-Präzisionsdichtungen für Brennstoffzellen.
(Bild: Engel)
Eine Produktionszelle mit einer vertikalen Insert 150 Spritzgießmaschine mit 1.500 kN Schließkraft zeigt die vollautomatisierte Fertigung von Flüssigsilikondichtungen auf sensiblen GDL-Folien (Gasdiffusionslagen) für Brennstoffzellen. Die LSR-Dichtung wird in der Maschine mit absoluter Plattenparallelität exakt aufgetragen, im Werkzeug geprüft und das Bauteil direkt entnommen. Die Automation mit einem Engel Easix Knickarmroboter und das Drehtellerwerkzeug von ACH ermöglichen eine kurze Zykluszeit und hohe Prozesssicherheit. Zur Platzeinsparung ist der Schaltschrank direkt in das Maschinengehäuse integriert.
Leicht, stabil, nachhaltig – der Fahrradlenker
Ein neuartiger Fahrradlenker wird auf einer holmlosen Engel Victory 180 mit 1.800 kN Schließkraft gefertigt. Das Bauteil entsteht als Hohlkörper mithilfe des Fluidmelt-Verfahrens und wird gleichzeitig mit unidirektionalen Endlos-Carbonfaser-Tapes im Organomelt-Verfahren verstärkt. Durch diese Technologiekombination wird maximale Bauteilperformance bei minimalem Gewicht in einer kurzen Produktionszeit von nur einer Minute ermöglicht. Der Prozess ist vollständig automatisiert mit Easix Knickarmroboter.
Physikalisch geschäumte B-Säulenverkleidung mit Mucell
Auf einer T-Win 6500 Zwei-Platten-Spritzgießmaschine der zur Engel Gruppe gehörenden Marke Wintec wird eine B-Säulenverkleidung mit Foammelt-Technologie in einer Zykluszeit von nur 50 s produziert. Das geschäumte Bauteil mit einem Schussgewicht von 290 g besteht aus mineralgefülltem PP von Sabic. Die Technologie senkt das Gewicht und spart somit Material und Kosten bei gleichzeitig sehr guter Abformung der Oberfläche. Automatisiert wird mit einem hochintegrierten Viper 20 Roboter. Wintec zeigt hier eine kostengünstige Lösung für die Produktion von Automobil-Interieur-Bauteilen im Sichtbereich.
Wie Zellkulturplatten schneller validiert werden können
Im Bereich Medical zeigt der Maschinenbauer auf einer hocheffizienten Spritzgießzelle mit einer vollelektrischen E-Motion 260 Combi M Spritzgießmaschine, die über zwei Spritzeinheiten und Mittelplatte verfügt. Hier werden auf einem Etagenwerkzeug von Hack gleichzeitig Zellkulturplatten mit 24 Vertiefungen und die passenden Deckel aus Polycarbonat in einem einzigen Arbeitsschritt gefertigt – bei einer Zykluszeit von nur 11 s. Die zusätzliche Spritzeinheit ist im Winkel angeordnet, was die Heißkanalstrecke verkürzt, eine zentrale Einspritzung ohne Bindenähte ermöglicht und die Materialschonung verbessert. Diese Fertigungslösung mit einem Side-Entry-Roboter von Ilsemann zeigt in einer kompakten Aufstellung mit hoher Ergonomie den gesamten Prozess inklusive Montage und Verpackung.
Stand: 16.12.2025
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Besonders hervorzuheben ist die Validierungslösung, die der Maschinenbauer gemeinsam mit dem Werkzeugbauer Hack erarbeitet hat. Damit lassen sich alle Validierungsphasen – von Design Qualification (DQ) bis Performance Qualification (PQ) – strukturiert und digital abbilden. Die maschinen- und werkzeugintegrierte Sensorik, sowie die einzelnen Produkte der Engel IQ Familie und die standardisierten Dokumentationsbausteine reduzieren den dafür nötigen Aufwand erheblich. Dadurch wird die zeit- und personalintensive Validierungsphase deutlich verkürzt.
Aus Rezyklat werden Bausteine hergestellt
Auf der vollelektrischen E-Mac 220 entstehen leichte, stabile Bauteile aus 100 % Post-Consumer-Rezyklat.
(Bild: Engel)
Auf einer vollelektrischen E-Mac 220 Spritzgießmaschine mit 2.200 kN Schließkraft werden dickwandige geschäumte Bausteine für die Bauindustrie gefertigt. Das Material stammt dabei aus dem Gelben Sack, aufbereitet durch Erema. Moxietec stellt das Werkzeug und die Treibmittelmischung für das Schäumen zur Verfügung. Für beste Homogenität des Schaums wird in der Plastifizierung eine optimierte Mischschnecke verwendet. Das Ergebnis: Bauteile mit bis zu 30 % Gewichtseinsparung bei 10 % höherer Festigkeit. Diese Technologie ist besonders gut geeignet für Paletten in der Logistik und die Substitution von Beton bei Bauanwendungen.
Da hier 100 % Post-Consumer-Rezyklat mit entsprechenden Materialschwankungen verarbeitet wird, kommt dem neuen IQ Weight Control plus eine besondere Bedeutung zu. Nach der Einstellung von nur zwei Werten passt das digitale Assistenzsystem bei jedem Einspritzvorgang automatisch Umschaltpunkt und Druckkurve optimal an. Dadurch lässt sich der Ausschuss um bis zu 50 % reduzieren.
In die Zelle sind die Automatisierung mit Servo-Angusspicker und innerhalb der Maschine ein Förderband integriert, wodurch die Zelle energieeffizient und kompakt ist.
Etagenwerkzeug produziert Dünnwandbecher mit 30 % rPET
Dünnwandbecher mit 30 % rPET werden serienreif gefertigt im Etagenwerkzeug und sind konform mit der Packaging and Packaging Waste Directive 2030.
(Bild: Engel)
Eine serientaugliche Anwendung zum Verarbeiten von rPET bei Dünnwandverpackungen ist am Messestand auf einer vollelektrischen E-Motion 420 Spritzgießmaschine mit 4.200 kN Schließkraft zu sehen. Was bislang nur mit hydraulischem Einspritzen möglich war, zeigt der Maschinenbauer nun vollelektrisch. Auf einem 6+6-fach Etagenwerkzeug von Plastisud wird ein Joghurtbecher aus 70 % Neuware und 30 % rPET in Flaschenqualität produziert. Das rPET stammt von NGR und wurde dort mit Liquid-State-Polykondensation für die Verwendung im Lebensmittelbereich aufbereitet.
Diese Produktionslösung zeichnet sich durch eine hohe Wiederholgenauigkeit bei hoher Performance aus. Durch die Kombination aus Injection Compression Moulding, IQ Motion Control und IQ Weight Control Plus werden dünnwandige, präzise Becher mit minimalem Materialeinsatz gefertigt. Die Anwendung erfüllt bereits heute die Vorgaben der Packaging and Packaging Waste Directive für 2030. Weiter zeigt sie, dass es möglich ist, Tiefziehen als bevorzugtes Fertigungsverfahren zu substituieren, wodurch Hersteller Kosten durch vorgelagerte Prozessschritte (Folie) und Material (Beschnitt) einsparen können.
Digitale Intelligenz für reale Produktionsvorteile
Mit Inject AI hebt Engel sein Inject 4.0 Programm auf das nächste Level. Auf der K 2025 zeigt das Unternehmen damit den nächsten Schritt in Richtung selbstregelnder Maschine und integriert Künstliche Intelligenz in viele neue und bestehende Produkte.
Der IQ Process Observer überwacht bis zu 1.000 Parameter pro Schuss, erkennt in Echtzeit Prozessabweichungen und gibt von Künstlicher Intelligenz unterstützte automatische Korrekturhinweise – ein wesentlicher Beitrag, um Prozesse zu optimieren und damit den Ausschuss zu reduzieren. Die Systeme lernen kontinuierlich aus den Daten aller angebundenen Maschinen und schaffen damit einen Vorteil für jedes neue Projekt.
Bei Maschinen- oder Prozessfehlern bietet eine neue KI-gestützte Funktion im E-Connect Portal maschinenspezifische Unterstützung – schnell, präzise, rund um die Uhr, und das in allen Sprachen. Dank der intelligenten Suche in den Handbüchern der Maschinen lassen sich Stillstände deutlich schneller beheben. Zur K 2025 steht das System in der Pilotserie bereit.
Mensch und KI als Team
Engel versteht KI nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung menschlicher Erfahrung. Adaptive Assistenzsysteme entlasten das Personal, stabilisieren Prozesse und erhöhen die Anlagenverfügbarkeit, was in Zeiten des Fachkräftemangels von besonders hohem Nutzen ist. Die selbstregelnde Maschine wird so Schritt für Schritt zur Realität.