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3 Fragen an Thorsten Dreier  „Unsere Industrie gestaltet die Trends und Märkte von morgen mit“

Das Gespräch führte Melanie Ehrhardt 2 min Lesedauer

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Covestro-CTO Dr. Thorsten Dreier ist überzeugt, dass Kunststoffe für die großen Zukunftsthemen unverzichtbar sind. Gleichzeitig warnt er davor, dass die großen Innovationssprünge dafür zunehmend im Ausland stattfinden. 

Dr. Thorsten Dreier ist seit 2023 Technologievorstand von Covestro.(Bild:  Covestro)
Dr. Thorsten Dreier ist seit 2023 Technologievorstand von Covestro.
(Bild: Covestro)

Plastics Europe Deutschland (PED) lädt am 11. September 2026 lädt in Berlin zur nächsten „Innovations-Pressekonferenz“ ein. Thema der diesjährigen Veranstaltung ist die Bedeutung von Kunststoffen als unsichtbare Schlüsseltechnologie für Innovationen wie etwa für die Energiewende, Künstliche Intelligenz, Medizintechnik und neue Mobilitätskonzepte. 

Im Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Wissenschaft, Beratung und Medien soll anhand konkreter Anwendungen und Praxisbeispiele diskutiert und gezeigt werden, welchen Beitrag innovative Kunststofflösungen zur Bewältigung zentraler gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Herausforderungen leisten. Zu der hochkarätig besetzten Runde von Expertinnen und Experten zählt auch Dr. Thorsten Dreier, CTO von Covestro. PlastXnow traf ihn im Vorfeld zum Kurzinterview. 

PlastXnow: Der Leitgedanke der Veranstaltung lautet: „Kunststoffe als Schlüsseltechnologie für Deutschlands Zukunft“. Was ist aus Ihrer Sicht das überzeugendste Beispiel dafür, dass Kunststoffe heute Teil der Lösung sind – und nicht des Problems?

Dr. Thorsten Dreier: Deutschland kann und muss in Bereichen mit großem Zukunftspotenzial international eine führende Rolle spielen – smarte Mobilität, Robotik, Medizintechnik, Sicherheit und vieles mehr. Hochkomplexe Themen und Technologien, für die es ausgefeilte, innovative Werkstoffe braucht. Kunststoffe mit ihrer enormen Vielfältigkeit und nachhaltigen Wirkung sind hier das Material der Wahl. Unsere Industrie gestaltet die Trends und Märkte von morgen mit.    

Covestro investiert stark in zirkuläre und klimafreundliche Materialien. Welche Innovation hat aus Ihrer Sicht das größte Potenzial, Industrie und Alltag in den kommenden Jahren spürbar zu verändern?

Die Kreislaufwirtschaft ist der Schlüssel für eine nachhaltige Zukunft. Wir haben das Thema früh als unsere unternehmerische Vision besetzt mit dem Ziel, Covestro konsequent auf Zirkularität auszurichten und zu helfen, sie zu seinem globalen Leitprinzip zu machen. Diese Transformation erfordert vor allem erheblich mehr Recycling. 

Dafür muss insbesondere das vielversprechende chemische Recycling vorangebracht werden. Covestro arbeitet hier an vielen innovativen Technologien – zum Beispiel zur Wiederverwertung von Polyurethan-Hartschaum, wo wir mit dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) kooperieren.

Deutschland steht unter Druck, wettbewerbsfähig zu bleiben. Welche Rolle spielen Forschung, neue Werkstoffe und Kunststoffe dabei, damit Innovationen künftig weiterhin hier entstehen und produziert werden?

Vor allem muss das Innovationsökosystem reformiert werden. Wir haben in Deutschland zwar viele kluge Köpfe und innovative Ideen, auch und gerade bei Kunststoffen. Aber wir verlieren gegenüber anderen Ländern wie China, den USA oder Südkorea rapide an Dynamik.

Immer deutlicher machen sich vor allem Defizite beim Technologietransfer bemerkbar. Der Sprung vom Labor in den Markt muss hierzulande wesentlich schneller erfolgen. Und wir müssen die Innovation in wirklich zukunftsweisende Bereiche lenken, wie sie die Bundesregierung mit der Hightech-Agenda anvisiert.

Vielen Dank für das Gespräch!

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