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Endgültig Schluss  Playmobil schließt Werk in Dietenhofen

Aktualisiert am 02.07.2026 Von Melanie Ehrhardt 2 min Lesedauer

Seit Anfang der 1970er-Jahre produzierte die Firma Horst Brandstätter in Dietenhofen Playmobil-Figuren. Damit ist nun Schluss sein. Das Werk in Mittelfranken wurde Ende Juni geschlossen.

Playmobilfigur: Grund für die Produktionsverlagerung sollen stark gestiegene Kosten sein.(Bild:  jackmac34 /  Pixabay)
Playmobilfigur: Grund für die Produktionsverlagerung sollen stark gestiegene Kosten sein.
(Bild: jackmac34 / Pixabay)

Fast jeder kennt sie aus dem Kinderzimmer: Ritter, Polizisten, Bauarbeiter, Prinzessinnen. Jahrzehntelang standen Playmobil-Figuren für deutsches Spielzeug aus Franken. Damit ist nun Schluss

Das Werk in Mittelfranken wurde zum 30. Juni geschlossen. Die Produktion der weltweit bekannten Figuren soll künftig in Malta und Tschechien gebündelt werden. Der Grund laut Unternehmen: zu hohe Kosten in Deutschland. 

Vor allem Löhne und Energie hätten die Fertigung am Standort Dietenhofen zu teuer gemacht. Damit steht das Unternehmen nicht alleine da. Eine Blitzumfrage des GKV belegt drastische Preissteigerungen von bis zu 60 % für Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP).

Verhandlungen mit dem Betriebsrat geplant

Rund 350 Beschäftigte sind betroffen. Sie wurden Anfang Februar in einer außerordentlichen Versammlung über die Veränderungen und ihre damit anstehenden Kündigungen informiert. Die Unternehmensleitung wollte gemeinsam mit dem Betriebsrat über eine sozialverträgliche Umsetzung verhandeln.

Ganz aus Deutschland verschwindet Playmobil aber nicht. Der Standort bleibt mit der Fertigung der Marke Lechuza weiterhin als Teil der Produktionsstruktur der Horst Brandstätter Group erhalten. Unverändert bleiben  zudem die Standorte der Logistik in Herrieden und der Verwaltung in Zirndorf einschließlich Marketing und Produktorganisation der Marke Playmobil.

Scharfe Kritik von Gewerkschaft 

Die Gewerkschaft IGBCE kritisierte damals die angekündigte „strategische Neuausrichtung“ des Playmobil-Herstellers auf das Schärfste. Diese bedeute nichts anderes als das Ende der Spielwarenproduktion am Standort Dietenhofen und damit das Ende der Playmobil-Produktion in Deutschland. Ein solcher Schritt sei gegenüber der Belegschaft und dem Betriebsrat im Umstrukturierungsprozess eigentlich ausgeschlossen worden. 

Auf konkrete Nachfragen durch Belegschaftsvertreter zur Standortperspektive habe die Geschäftsleitung seit einem dreiviertel Jahr gemauert. Nun erfuhren sie von den Plänen 20 Minuten vor einer Mitarbeiterversammlung. Für die IGBCE eine Riesensauerei!

„Sehr knappe Darstellung“

Kritik kam auch von Dietenhofens Bürgermeister Rainer Erdel. „Ja, zunächst ist das schockierend. Weil da 350 Mitarbeiter betroffen sind. Dahinter stehen Familien, Pläne“, so Erdel gegenüber dem BR.

Er selbst hatte erst kurz vorher von den Neuigkeiten erfahren. In einer ersten kleinen Besprechung habe er die Hintergründe von der Firmenleitung gehört. „Das war eine sehr knappe Darstellung“, kommentierte Erdel.

IGBCE fordert ergebnisoffene Verhandlungen

„Die Verantwortung für jahrelanges Missmanagement soll nun erneut auf die Beschäftigten abgewälzt werden. Das werden wir gemeinsam mit dem Betriebsrat und unserem gewerkschaftlichen Netzwerk nicht ohne Widerstand zulassen", so Maximilian Krippner, Gewerkschaftssekretär der IGBCE in Nürnberg. 

Bezugnehmend auf die äußerst kurzfristige Information an den Betriebsrat bemängelte er darüber hinaus: „In der Zusammenarbeit mit der betrieblichen Mitbestimmung wurde erneut ein Tiefpunkt gesetzt und damit das letzte Vertrauen verspielt.“

Löst das wirklich die Krise?

Die Probleme bei Playmobil schwelen schon lange. Die Spielwelten verkauften sich in den vergangenen Jahren schlechter, der Umsatz ging mehrfach zurück. „Jetzt endet ein Stück deutscher Industriegeschichte: Playmobil bleibt als Marke in Deutschland. Die Figuren aber kommen künftig aus dem Ausland“, schreibt die Bildzeitung.

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