Blister: Bayer setzt auf PP-Monomaterial Polypropylen ersetzt PVC/Aluminium-Verbund

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Bayer stellt die Verpackung von Talcid auf einen recyclingfähigen Blister aus PP-Monomaterial um. Das System ersetzt klassische PVC/Alu-Verbunde ohne Einbußen bei der Wasserdampfbarriere. Die Lösung zeigt, wie Pharmasicherheit und Kreislauffähigkeit auf bestehenden Verpackungsanlagen gelingen.

Die neue Verpackung für Talcid-Tabletten von Bayer besteht aus zwei speziellen PP-Materialien: Purelay Pharm für die Blister-Unterseite und Purelay Lid als Siegelfolie. Diese Kombination bietet eine hervorragende Wasserdampfbarriere und ist zugleich vollständig recyclingfähig.(Bild:  Etimex)
Die neue Verpackung für Talcid-Tabletten von Bayer besteht aus zwei speziellen PP-Materialien: Purelay Pharm für die Blister-Unterseite und Purelay Lid als Siegelfolie. Diese Kombination bietet eine hervorragende Wasserdampfbarriere und ist zugleich vollständig recyclingfähig.
(Bild: Etimex)

Jahrzehntelang galten PVC- und Aluminium-Blister als Verpackungsstandard in der Pharmaindustrie. Bewährt, zuverlässig und sicher – aber mit einer Kehrseite: Sie sind schwer zu recyceln und tragen zu riesigen Mengen Verpackungsmüll bei. Doch jetzt wagt Bayer den Schritt in eine andere Richtung: Die Pharmasparte des Konzerns bringt sein Medikament zur Förderung der Verdauungsgesundheit, Talcid, in einer neuen Verpackung auf den Markt. Der Start erfolgt in Deutschland, mit dem Ziel, die Lösung in weiteren internationalen Märkten einzusetzen.

PP-Monoblister anstelle herkömmlicher PVC/Alu-Verbunde

Bayer stellt die Primärverpackung von konventionellen PVC/Aluminium-Verbundfolien auf einen Polypropylen-Monoblister von Etimex Primary Packaging um. Ziel des Materialwechsels ist der Übergang von schwer trennbaren Verbundstrukturen hin zu mechanisch recyclingfähigen Monomaterialien bei Beibehaltung der Schutzfunktion für das Arzneimittel.

„Unsere PP-Mono-Verpackungen wurden speziell für die hohen Anforderungen der Pharma- und Medizinprodukteindustrie entwickelt“, erklärt Martin Rank, Head of Sales & Marketing bei Etimex Primary Packaging. „Sie sind in allen wesentlichen Eigenschaften konventionellen PVC/Aluminium-Lösungen ebenbürtig“, betont Rank.

Zwei Komponenten, ein Thermoplast

Das Blistersystem Purelay setzt sich aus zwei aufeinander abgestimmten Komponenten auf Polypropylen-Basis zusammen. Die thermoformbare Unterfolie Purelay Pharm ist halogenfrei formuliert, bietet eine hohe Transparenz für die Sichtprüfung der Tabletten und stellt die erforderliche Wasserdampfbarriere bereit. Die zugehörige Deckelfolie Purelay Lid gewährt im Siegelprozess einen dichten Verschluss bei definierten Durchdrückeigenschaften für den Anwender und lässt sich im Druckverfahren individuell gestalten. 

„Gleichzeitig zeichnen sich die Monomaterialien durch eine deutlich bessere Umweltbilanz und vollständige Recyclingfähigkeit aus“, erläutert Martin Rank. „Etimex war ein wichtiger Partner dabei, unseren Anspruch an nachhaltige Verpackungen in eine konkrete Lösung für Verbraucher zu überführen“, sagt Christoph Kaminski, Packaging Sustainability Manager bei Bayer.

Prozessintegration und CO2-Reduktion

Bei der Umstellung der Verpackungsstraßen erwies sich die Verarbeitbarkeit der PP-Folien auf bestehenden Blisteranlagen als zentraler Faktor. Die thermoplastische Folienkombination ist hinsichtlich ihrer Siegelparameter und Formeigenschaften für die fehlerfreie Integration in etablierte Verpackungsprozesse ausgelegt. Neben der werkstofflichen Verwertbarkeit im PP-Recyclingstrom führt die geringere Dichte des Polypropylens gegenüber PVC und Aluminium zu einer Reduktion des Verpackungsgewichts und den daraus resultierenden Transport-CO2-Emissionen.

„Der neue Talcid-Monoblister ist ein starkes Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit dazu beitragen kann, die Komplexität von Verpackungen zu reduzieren“, führt Christoph Kaminski aus. „Damit unterstützen wir die Recyclingfähigkeit und halten gleichzeitig die hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Consumer-Health-Produkte ein.“

Konformität mit zukünftigen Recyclingvorgaben

Der Einsatz von PP-Monomaterialien im Pharmabereich reagiert auf verschärfte regulatorische Rahmenbedingungen für Verpackungsabfälle und werkstoffliche Recyclingquoten im europäischen Markt. Durch den Verzicht auf halogenhaltige Polymere wie PVC sowie Aluminium-Deckfolien vereinfacht die Einstofflösung die Sortierung und das werkstoffliche Recycling in bestehenden Entsorgungsstrukturen.

„Wir sind stolz darauf, mit Bayer einen starken Partner an unserer Seite zu haben, der gemeinsam mit uns nachhaltige Verpackungslösungen in die Praxis umsetzt“, unterstreicht Martin Rank. „Dies ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer umweltfreundlicheren Consumer-Health-Branche.“ (mg)

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